Ist der Landkreis noch zu retten?

Gilchings Bürgermeister Manfred Walter (l.) und BR-Redakteur Matthias Stadelmann nahmen in einer unterhaltsamen Fernseh-Talkshow Landkreisthemen auf die Schippe. Foto: Jaksch

Mit der Sprengung einer Gasleitung und dem daraus resultierenden Krater alle Probleme Starnbergs wie die Tunnelfrage oder das marode Schwimmbad lösen - eine Transrapidhaltestelle am Kirchplatz: Beim politischen Aschermittwoch der SPD-Ortsvereine Starnberg und Gauting nahmen Gilchings Bürgermeister Manfred Walter sowie der Stimmenimitator und BR-Redakteur Matthias Stadelmann Landkreisthemen unter die Lupe - mit stimmlicher Hilfe dreier bekannter Politiker.

In der Leutstettener Aschermittwochs-Talkshow „TV Zentral Südwest-Oberbayern“ ließen sie Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), den Ex-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) und den amtierenden Bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) zu aktuellen Problemen zu Wort kommen und ob der Landkreis Starnberg noch zu retten ist? Dabei hatte Gilchings Bürgermeister als Moderator seine liebe Not mit den illustren Gästen, die stimmlich in Gestalt von Matthias Stadelmann zu Gast in Leutstetten waren. Während Wirtschaftsminister Zeil eher wenig zur Diskussion beizutragen hatte und öfters aus seinem Tiefschlaf geweckt werden musste, gab es für Altbundeskanzler Gerhard Schröder keine Probleme, die nicht in irgendeiner Form mit Gas gelöst werden können. Sein Vorschlag zur Beendigung des Tunnelfrustes: Einfach Gasleitung legen - anzünden, „und dann habt ihr Euren Graben für den Tunnel“. Das Problem mit dem maroden Schwimmbad habe sich dann auch gleich mit erledigt und der See sei dann an den Kirchplatz gerückt. Alt-Ministerpräsident Edmud Stoiber, „ein Mann, der die Probleme Bayerns nicht nur kennt, sondern auch selbst verursacht hat“, sieht dort auch den idealen Haltepunkt für den Transrapid zum Sonderflughafen Oberpfaffenhofen, den Schröder im übrigen „nur zufällig von seinem Flug aus Moskau gefunden hat“. Einig waren sich die beiden Ex-Politiker allerdings in Sachen ALDI-Logistikzentrum, dessen Ansiedlung nicht möglich wurde, weil sich der „rote Rathausschinder“ und „Gilchinger Kleinstadtbürgermeister“ nicht bei seinen Gemeinderäten hatte durchsetzen können. Bei diesem Thema stieg selbst Zeils Blutdruck „auf 80“. Allerdings nicht lange. Während Schröder die Energiewende als „Sonnenblumengedöns“ abtat und Stoiber noch über den „Anbau nachwachsender Brennstäbe“ für Atomkraftwerke nachsann, schlief Zeil endgültig ein. Was den Altbundeskanzler zu der Feststellung brachte: „Jetzt ist der FDP-Lusche der Saft ausgegangen.“ Er schlug einen Energiemanager vor, und zwar den ehemaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer. Der sei schließlich durchsetzungsstark und „nehme auch schon mal einen Pflasterstein zur Hand“ - und müsse deswegen auch nicht nach China reisen, um sich die Steine persönlich anzuschauen, ließ Schröder in Anspielung auf die umstrittene Dienst-Reise des Starnberger Stadtbaumeisters Stephan Weinl verlauten. Dem Publikum gefiel der etwas andere Politische Aschermittwoch hervorragend. Viele dürften wohl der Aufforderung von Manfred Walter folgen, der am Ende der etwas anderen Fastenpredigt appelliert hatte: „Schalten Sie auch nächstes Jahr wieder ein, wenn es heißt: Warum war der Landkreis Starnberg nicht zu retten?“

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