Maßnahmen gegen Wildschweine

Eine Demonstration mit dem Wiesenstriegel zeigte Thomas Berchthold aus Frieding (auf dem Traktor) im Beisein von Stefan Merkl. Foto: Polster

Sie zählen mit zu den klügsten Tieren. Doch sobald sie im Maisfeld und im Grünland Spuren hinterlassen, ist es vorbei mit der Sympathie für das immer häufiger auftretende Wildschwein. Die Schäden sind immens. Rund 120 Landwirte informierten sich nun beim Maschinenring Starnberg über geeignete Maßnahmen gegen Flurschäden.

Zu einer regelrechten Plage wird laut Stefan Merkl vom Maschinenring Starnberg mit Sitz in Rothenfeld bei Andechs das Schwarzwild. Sind sie auf Futtersuche, machen sie weder vor Maisfeldern noch vor saftigen Wiesen Halt. „Wenn sich die Wildschweine mal eine Fläche ausgesucht haben, dann gehen sie gründlich vor und graben bis zu 20 Zentimeter tief“, erklärte Merkl. Für die Landwirte bedeutet dies hohe Ertragsausfälle, da unter anderem Grasflächen fehlen, um Futter für das eigene Vieh zu produzieren. „Der Druck ist groß und wird immer größer. Um die Wildschweinvorkommen zu dezimieren, muss in Zusammenarbeit mit Jägern und Förstern langfristig ein Konzept entwickelt werden.“ Wobei die Jagd nicht ganz einfach sei, räumt Merkl ein. „Die Tiere wissen genau, wann der Jäger mit dem Jeep und dem Gewehr unterwegs ist oder ob es sich bei der Person auf dem Traktor nur um einen Bauern handelt, der sein Feld bestellen will. Beim Jäger bleiben sie in Deckung. Vom Landwirt lassen sie sich nicht abhalten, ungeniert auf Futtersuche zu gehen. Sie erkennen, dass von ihm keine Gefahr ausgeht.“ Bemerkenswert sei außerdem, dass Wildschweine sich nach einer Maismahlzeit anschließend Grünflächen aussuchen, um nach Regenwürmern, Mäusen und Maulwürfen als tierischen Eiweiß-Futterausgleich zu graben. Um das von den Schwarzkitteln aufgewühlte Grünland auch weiterhin nutzen zu können, sind zur Bereinigung der Unebenheiten aufwändige Maschinen notwendig. Fünf Hersteller technisch ausgefeilter Geräte waren nun aus ganz Deutschland angereist, um beim Maschinenring in Rothenfeld ihre jeweiligen Produkte zu präsentieren. Als neutraler Gutachter erklärte Horst Unteutsch vom Ausbildungszentrum Landsberg die Vor- und Nachteile von so genannten Schnecken, Wiesenhobeln und Wiesenstriegel. Laut Experte kommt es bei der Maschinenauswahl darauf an, um welche Geländeform und um welchen Untergrund es sich bei der beschädigten Fläche handelt. Damit sich nicht jeder Landwirt zur Beseitigung von Flurschäden eine teure Maschine anschaffen muss, werden laut Merkl so genannte Maschinengemeinschaften gegründet. Der Maschinenring hilft zudem dabei, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Die Internetadresse lautet: www.maschinenring-starnberg.de.

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