Für mehr Ruhe

Rotlicht gegen den Krach: Lärmampeln sollen künftig in Gräfelfings gemeindlichen Schulen für mehr Ruhe während des Unterrichts sorgen. Damit künftig alles im „grünen Bereich“ liegt, hat sich der Gemeinderat vergangene Woche im Hauptausschuss für die Anschaffung von fünf Lärmampeln entschieden.

Gerade Lärm in den Klassenzimmern empfinden viele Lehrer als hohe Belastungsquelle. Krach und Geschrei lenkt zudem vom Lernen ab. Nach dem Prinzip der Verkehrsampel geben Lärmampel eine visuelle Rückmeldung, wenn es zu laut wird. Somit wird Lärm für alle Schüler sichtbar. Dem Beschluss ging ein Antrag der Fraktion Grüne/Unabhängige Liste voraus, die die Anschaffung von sechs Lärmampeln forderten. Im Rahmen des „Tags gegen Lärm“ wurden erstmals auf Initiative von Frauke Schwaiblmair und in Absprache mit den Schulleitungen zwei Lärmampeln leihweise an den Schulen eingesetzt. Insbesondere der Einsatz in den Klassenräumen habe sich dabei sehr bewährt, so die Grünen-Gemeinderätin. „Die Präsenz von zumindest zwei Ampel pro Schule hilft nicht nur immer wieder eine ruhigere Lernatmosphäre zu schaffen, sondern dient insbesondere auch dem Gesundheitsschutz von Lehrenden und Lernenden.“ Der Gemeindeunfallversicherungsverband dagegen sieht den Einsatz von Lärmampeln eher skeptisch. Laut einer Untersuchung in Kindergärten und in Schulgängen kam der Verband zu dem Ergebnis, dass Lärmampeln Kinder zu mehr Lärm motivieren. Zudem stellt sich nach kurzer Zeit ein Gewöhnungseffekt ein. Gesicherte Ergebnisse über den Einsatz in Klassenzimmern liegt dem Verband nicht vor. Dennoch sieht er den Einsatz von Lärmampeln auch hier kritisch. Frauke Schwaiblmair wiederum argumentierte, dass der Gewöhnungseffekt in den Klassenzimmern allein schon deshalb wegfalle, da die Lärmampeln nicht dauerhaft installiert werden. Während des Pilotprojekt an den Gräfelfinger Schule hat die Musiktherapeutin bisher nur positive Rückmeldungen erhalten. Die Lehrer stellten einen deutlich reduzierten Lärmpegel fest und begrüßten das bessere Klima im Unterricht. Die Schüler arbeiten konzentrierter und haben mehr Freude am Lernen. Bürgermeister Christoph Göbel sieht Sinn in der Anschaffung solcher Lärmampeln. „Schließlich haben wir auch ein Etat für die Schulausstattung. Jede Schule muss dann selber sehen, wie sie die Lärmampeln sinnvoll einsetzt.“ Der Rat stimmte dem Kauf von fünf Lärmampeln mit zusätzlicher CO2-Anzeige zu. Zwei für das Kurt-Huber Gymnasium, zwei für die Volkschule Lochham und eine für die Gräfelfinger Grundschule. Da schlechte Luft ein weiterer Belastungsfaktor ist und unter anderem zu Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Kopfschmerzen führt, sollen die Ampeln gleichzeitig den CO2 Gehalt im Raum messen und anzeigen. Dann können die Lehrer durch ausreichendes Lüften, Abhilfe schaffen. Pro Ampel liegen die Kosten bei rund 600 Euro plus Mehrwertsteuer.

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