Möglichkeiten prüfen

Kleine Schritte machte der Seefelder Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung in Richtung barrierefreien Übergang am S-Bahnhof. Es soll nun geprüft werden, ob die Gemeinde für die Bahn auf „Vorkasse“ einen Rollstuhl geeigneten Zugang bauen kann und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat alle Bahnhöfe die Ausbauten oder Erweiterungen brauchen in zwei Prioritäten eingeteilt. Der Hechendorfer Bahnhof wird hierbei nur als sekundär bewertet und von der EBA somit auf die lange Bank geschoben.

Für S-Bahnfahrer bedeutet das noch langes Warten auf einen Barriere freien Zugang zum Bahnsteig, möglicherweise 17 Jahre, wie das laut Oswald Gassner (FDP) in Poing der Fall sei. Da derzeit zu viele Großprojekte von der Bahn finanziert werden müssen, bliebe kein Geld für die „kleinen“ Bauvorhaben, erklärte Robert Benoit (Bündnis 90/ Grüne). Er habe sich mit dem Zuständigen der EBA eingehend unterhalten: die Bahn begrüßt zwar grundsätzlich den Übergang, habe aber keine Kapazitäten frei. Somit existiere bis heute auch keine Erhebung darüber, was es überhaupt für Umbau- Möglichkeiten in Hechendorf möglich sind und folglich auch nicht, was diese kosten würden. 2002 ist das Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft getreten (BGG), das den ÖPNV verpflichtet, alle öffentlichen Einrichtungen Barriere frei zu gestalten. Die Gemeinden könnten entsprechende Baumaßnahme vorfinanzieren. Bedingung dafür sei, so Benoit, dass sie sich Vorschläge von einem Planungsbüro einholt, welches von der Bahn empfohlen wird. Auch soll es „massive Fördergelder“ vom Bund geben. Der Gemeinderat will diese Möglichkeiten nun prüfen, um „relativ schnell“ eine kostengünstige Lösung zu finden, nicht nur um den Rollstuhlfahrern, die bislang kostenlos ein Taxi nach Herrsching benutzen können, sondern auch, um den gehbehinderten Mitbürgern, Kindern mit Kinderwagen und Roll-Kofferträgen den Durchgang zum Bahnsteig zu ermöglichen. Einig zeigte man sich schon mal darin, dass es keine simple Rampe werden soll, die leichtsinnigen Leuten ein direktes Überqueren der Schienen ermöglichen würde.

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