Molkerei Scheitz

Die Tage im Container sind gezählt

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Erling – Am Eingang der Biomilchstraße 1 hängt ein Zitat des Künstlers Friedensreich Hundertwasser: „Wenn man gemeinsam träumt, ist dies der Anfang einer neuen Wirklichkeit“.

Und das passt wie die Faust auf das Auge zu dem zweigeschossigen Container-Gebäude, in dem die Verwaltungsangestellten der Molkerei Scheitz bald zwei Jahrzehnte arbeiten. Im Herbst ist es nun endlich soweit und die rund 40 Angestellten ziehen in den Neubau um. Endlich? Ja, sie freuen sich. Ein bisschen Wehmut ist allerdings mit dabei. Wenn alles glatt läuft, könne die Molkerei Scheitz in zehn Wochen mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes beginnen, sagte Georg Scheitz. Alles beginnt 1998. Damals wurden für die Mitarbeiter des Erlinger Betriebs mehrere Container zu einem zweistöckigen Gebäude zusammengefügt. Vorübergehend – und ganz nach dem Motto „es gibt nichts Beständigeres als ein Provisorium“, hatte dieses „vorübergehend“ 17 Jahre Bestand. Ein liebgewonnenes Provisorium, in dem man nicht auf den ersten Blick eine vorläufige Lösung erkennen würde. Morgens um fünf schaltet sich die Elektroheizung ein, damit bei Arbeitsantritt alle Räume warm und gemütlich sind. Der ausgelegte Parkettboden strahlt etwas Edles aus und an einigen Wänden hängen die typisch bunten Motive des Malers Friedensreich Hundertwasser, nach deren Vorbild die Molkerei erweitert wurde. Stefanie Miller von der Marketingabteilung arbeitet seit fünf Jahren in der Molkerei. „Eigentlich merkt man gar nicht, dass man sich in einem Container befindet“, sagte sie. Die komfortable Ausstattung und die gestalterischen Elemente lassen tatsächlich schnell vergessen, dass man sich hier zwischen Stahlwänden in einem eigentlichen Großraumbehälter befindet. Entstanden sei diese Lösung aus „einer Verlegenheit heraus“, erinnert sich Georg Scheitz sen. Ursprünglich angedacht waren zwei bis drei Monate. Danach einigte man sich auf zwei bis drei Jahre. Vor drei Jahren kamen laut Geschäftsführerin Barbara Scheitz weitere Container-Räume dazu. In dieser Übergangslösung arbeitet ein Fünftel der insgesamt 200 Mitarbeiter. Das Bauvorhaben des neuen Gebäudes nahm nur zögerlich Gestalt an, denn immer wieder stießen die Pläne auf Widerstand: Einmal sorgte die Zufahrt für Diskussionen und ein andermal störte man sich am geplanten Hundertwasserturm. „Wir wollten aber alles im Frieden erreichen und das haben wir im Großen und Gan-zen geschafft“, so Scheitz sen. Vor einem knappen Jahr hat der Gemeinderat den jüngsten Plänen zugestimmt und im September ist es nun so weit. Stefanie Miller fühlt sich in ihrem aktuellen Büro wohl. Trotzdem: „Ich freue mich auf die neue und besondere, weil Hundertwasser-inspirierte, Arbeitsumgebung in zwölf Metern Höhe.“ Ein bisschen ist das alles eben ein langer, gemeinsamer Traum, der bald der Anfang einer neuen Wirklichkeit sein wird. mk

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