Molkerei Scheitz

Dicker Packen mit Einwenden

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Andechs – Im Dezember feierte die Molkerei Scheitz Richtfest des neu gebauten Lagers und Verwaltungsgebäudes. Nach sechs Jahren Planung und vielen Rückschlägen eine Art Befreiungsschlag.

Den Traum vom Hundertwasserturm mussten Architekt und Bauherrin Barbara Scheitz aufgeben - und war vergangene Woche plötzlich wieder Thema, als dem Andechser Bauausschuss zum Bebauungsplan ein dicker Packen Papier mit Einwendungen von Ämtern und Bürgern vorlag. Wiederholt tauchte auch die Verlegung des Kreuzäckerweges auf - und der Lärmschutz. Besonders Letzteres ein Dilemma, denn ohne gültigen Bebauungsplan kann die Molkerei den Lärmschutz nicht angehen, erklärten Alexander Kopitsch der Kanzlei Labbé & Partner und Hunderwasserarchitekt Heinz Michael Springmann den Anwesenden. „Das Turmbauwerk ist nach wie vor mit einer Höhe von 20 Metern geplant“, äußerte etwa das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege Bedenken, dass das längst verworfene Gebäude „Auswirkungen auf das historisch Ortsbild“ haben könnte. Das Hochregallager und die Verwaltungsgebäude werden derzeit gebaut - und sind mit 18 Meter „an der Grenze dessen, was aus betriebswirtschaftlichen Gründen zu vertreten ist“, ist in der Stellungnahme zu lesen. Im Übrigen liegt die Spitze rund 30 Meter tiefer als die Pfarrkirche St. Vitus, die in Höhe nicht überschritten werden darf. Ein weiterer Streitpunkt waren die Wege. So muss die Molkerei für eine sichere, fußläufige Verbindung vom Ortskern zu den Tennisplätzen sorgen. Ins Detail wollte Bürgermeisterin Anna Neppel nicht gehen. Die Räte hatten schließlich noch einige Positionen abzuarbeiten. Wie die Sache mit dem umzuwidmenden Kreuzäckerweg für landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Anlieger. Das Regenwasser darf nicht eins zu eins in die zwei umliegenden Grundstücke fließen. Und dann noch die Staubentwicklung. Betroffen ist unter anderem die Familie Reisinger. Mit der Verlegung seien sie grundsätzlich einverstanden, schrieben sie. Aber: „Es muss ein ungehindertes Abbiegen für landwirtschaftliche Fahrzeuge vom Kerschlacher Weg auf die Ersatzstraße sichergestellt werden.“ Außerdem müsse der Begegnungsverkehr aneinander vorbei kommen und bei der Ein- und Ausfahrt auf ausladende Traktoren berücksichtigt werden: Alles, ohne auf Reisingers Besitz auszuweichen. Andere Anwohner zeigten sich besorgt über die Formulierung „kann eine Lärmschutzwand errichtet werden“. „Kann“ sollte „muss“ heißen. Das sei rechtlich nicht möglich, bedauerte der Anwalt. Grundsätzlich werde Lärmschutz im Bebauungsplan gar nicht behandelt. „Aber wenn wir die Werte überschreiten, MÜSSEN wir eine Lärmschutzwand bauen“, ergänzte der Architekt. Vor den Planern stehen noch viele Herausforderung bis der Bebauungsplan abgesegnet ist - und noch einige Sitzungen, an denen weitere Einwendungen behandelt werden. mk

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