Nachfolger gesucht

Drei Jahre lang war er Leiter des Politischen Clubs der Evangelischen Akademie Tutzing: Nun wurde Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel im Rahmen einer Frühjahrstagung zum Thema „Schafft Ethik Wachstum?“, zu der hochkarätige Politiker und Unternehmer wie Friedrich Merz oder Josef Ackermann kamen, von Akademiedirektor Friedemann Greiner verabschiedet.

Insgesamt zehn Tagungen des Poltischen Clubs hat der CSU-Politiker geleitet. „Länger hätten wir beide nicht zusammen arbeiten können“, unkte Greiner zum Abschied. Zuletzt habe es mehr als 300 Teilnehmer gegeben, mehr gehe nicht. Hinsichtlich der Vorbehalte vor drei Jahren, den Katholiken Waigel zum Leiter einer evangelischen Institution zu ernennen, erinnerte Greiner an die Antwort des CSU-Mannes: „Erst Luther hat die Katholiken frei gemacht.“ Das sei ein „ökumenisches Kompliment an die Protestanten“, kommentierte Greiner. Mit einem geheimnisvollen Paket, über dessen Inhalt nichts verraten wurde, verabschiedete der Akademiedirektor Theo Waigel, der seit Jahresanfang „Anti-Korruptions-Beauftragter“ bei Siemens ist. Seine Frau, die frühere Skirennfahrerin Irene Epple, bekam einen Blumenstrauß überreicht. Wer Waigels Nachfolger wird, steht bis dato noch nicht fest, soll aber bis Mitte Juni entschieden sein. Den Politischen Club Tutzing gibt es seit 55 Jahren. Er ist das Gegenmodell zu gängigen Polit-Talk-Shows im Fernsehen. Jeder kommt ausreichend zu Wort – auf jeden Einwand wird eingegangen. Politiker können in Ruhe ihre Gedanken und Absichten im Dialog mit anders denkenden darstellen und entwickeln. Dank der dort herrschenden „Club“-Atmosphäre ist noch jeder deutsche Spitzenpolitiker zu diesem Forum gekommen. Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker bezeichnete ihn als „Modell wahrgenommener Verantwortlichkeit für die Dinge des Gemeindwesens“. Immer wieder fand die Akademie profilierte Leiter des Clubs wie den SZ-Chefredakteur Dieter Schröder oder Heinz Burghart vom Bayerischen Fernsehen, den ehemaligen Regierungssprecher Claus Bölling oder Heiner Geißler und zuletzt eben Theo Waigel.

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