Neue Satzung soll Chaoten vertreiben

Mit einer verschärften Satzung für die Nutzung der öffentlichen Grünanlagen will die Gemeinde Gräfelfing ihre Bürger vor Ruhestörern schützen. bk/Foto: Kuhn

Mit einer Neufassung der Grünananlagensatzung versucht die Gemeinde Gräfelfing die immer wiederkehrenden Probleme bei der Nutzung der Freizeitflächen in den Griff zu bekommen. Fest steht: Leidtragende dieser neuen, strengen Regeln, die aus etlichen Verboten, Platzverweisen und einer Bußgeldandrohung bestehen, sind all jene, die sich ordentlich auf den Liegewiesen am Anger und der Würminsel verhalten.

Zu langes Feiern, unschöne Müllablagerungen, Glasscherben und diverse Sachbeschädigungen zwingen die Gemeinde zu diesem Schritt. Bisher hatte die Polizei bei Ruhestörungen keine Handhabe auf den Grünanlagen gehabt. Diese strenge Satzung ähnelt sehr dem Kraillinger Modell, die damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben, hieß es jüngst im im Gräfelfinger Hauptausschuss. So hofft man auch in der Gemeinde, die Störer zu vertreiben. Die Liste der Verbote ist lang. Untersagt ist künftig das Besteigen von Bäumen, die Hinterlassenschaften von Hunden, das Wegwerfen von Gegenständen sowie offenes Feuer und das Betreten von Eisflächen. Grillen ist nur von 9 bis 21 Uhr auf dazu bestimmten Geräten vorgesehen, Hunde dürfen nicht mehr frei herum laufen, vor allem nicht im Bereich von Spiel- und Liegewiesen. Musik mit Lautsprechern ist künftig gleichfalls tabu. Die Einführung der strengeren Regeln geht auf einen Antrag von Günter Roll (BVGL) zurück. Auch er bedauert, dass mündige Bürger in die Schranken gewiesen werden müssten, „nur damit wir die Chaoten weghaben, aber so kann es auch nicht weitergehen wie bisher“. Die Klagen hätten deutlich zugenommen, bemerkt Roll in der Sitzung des Hauptausschusses. Vize-Bürgermeister Peter Köstler (CSU) tut sich dagegen sehr hart mit dieser restriktiven Satzung und bezweifelt deren Erfolg. Für ihn ist sie keine Problemlösung. Frauke Schwaiblmair (Grüne) schlug vor, es wenigstens bei einer Feuerstelle zu belassen. „Wenn wir jetzt aber Härte rausnehmen, werden wir schwammig und haben einen zahnlosen Tiger“, verteidigt Geschäftsführer Ulrich Seyfferth die neue Satzung. Gegen Köstlers Stimme empfahlt der Hauptausschuss schließlich dem Gemeinderat die Neufassung Grünanlagensatzung, der dieser Empfehlung in der Sitzung vor der Sommerpause auch folgte.

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