"Nicht sinnvoll"

„Die Gemeinde Gräfelfing wird nicht Mitglied in dem geplanten Verein Schutzgemeinschaft Fünfseenland“, so Bürgermeister Christoph Göbel in der jüngsten Ratssitzung. Laut einem ersten Satzungsentwurf ist Zweck des Vereins, „die Erhaltung von Landschaft und Lebensraum im Bereich der Mitglieder insbesondere aber der Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm und anderer nachteiliger Auswirkungen des Luftverkehrs“. In einem Schreiben von Weßlings Bürgermeister Michael Muther heißt es, „Ziel muss sein, dass alle Gemeinden des Landkreises Starnberg und der Landkreis Mitglied unserer Schutzgemeinschaft werden. Die Stadt Germering und die Würmtal-Gemeinden werden als Mitstreiter ebenfalls gebeten der Schutzgemeinschaft beizutreten um somit ihre Solidarität zu zeigen“.

Christoph Göbel nimmt Abstand von einer Mitgliedschaft, „da es seiner Meinung nach nicht sinnvoll erscheint, einen neuen Verein zu gründen“, zumal sich der Verein zur Sicherstellung überörtlicher Erholungsgebiete in den Landkreisen um München, indem auch Gräfelfing Mitglied ist, sich gleichfalls mit diesem Thema befassen kann, ohne seinen Vereinszweck ändern zu müssen. „Ein bereits existierender Verein kann zudem viel schneller agieren, als einer in der Gründungsphase“, betonte Göbel. „Was das Thema Sonderflughafen Oberpfaffenhofen und die Ausweitung des Flugbetriebs betrifft, haben wird das Maximum getan“, erklärte Göbel, „sonst kommen wir an die Grenzen der Naivität.“ Angesichts unterschiedlicher Interessenlage in den einzelnen Gemeinden sei ein Beitritt in den Verein Schutzgemeinschaft Fünfseenland nur eine solidarisierende Maßnahme, ein Beitritt ist nicht erforderlich. So sieht es auch Florian Ernstberger von der IGG. Ernstberger schlug im Zusammenhang mit der Ausweitung des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen bereits im August vor, ein „Forum Fluglärm“ in Abstimmung mit den Würmtal-Gemeinden zu bilden. Ein Forum mit dem Ziel, die „Auswirkungen der geplanten und bestehenden Flugbewegungen über dem Würmtal zu ermitteln und hierüber die politischen Entscheidungsträger sowie Bürger zu informieren“. Im Würmtal bestehe Interesse an einer gemeinschaftlichen Aktion, nicht jedoch an der Gründung eines neuen Vereins, führt Göbel fort. In diesem Gremium sollen auch die Lärmschutzbeauftragten des Landratsamtes Starnberg und München mitwirken, heißt es in Ernstbergers Antrag. Über die Bildung einer solchen Austauschplattform soll demnächst im Umweltausschuss beraten werden. Auch Erika Banaschewsky (CSU) sprach sich dafür aus, ein Kontrollorgan zu schaffen, das kontinuierlich die Flugbewegungen beobachtet. Bezüglich Sonderflughafen Oberpfaffenhafen beschlossen die Räte zudem auf juristisches Anraten das Normenkontrollverfahren gegen das Landesentwicklungsprogramm (LEP), das sie beim Verwaltungsgericht eingereicht haben, ruhend zu stellen.

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