"Nun ist guter Rat teuer"

Das Aus für die Umgehungsstraße in Inning bestätigt die Bürgerinitiative „Wir in Inning“. Foto: Polster

Was für die Anwohner der Herrschinger Straße in Inning als Hiobsbotschaft zählt, freut wiederum die Kritiker: Die seit Jahren umstrittene Umgehungsstraße wird vorerst nicht kommen. Das Bayerische Staatsministerium hat das Projekt bis nach 2025 verschoben.

Mehr zufällig als dass er über die Entscheidung des Innenministeriums informiert worden wäre, hat Bürgermeister Werner Röslmair von dem Aus für die Umgehungsstraße in Inning erfahren. „Wir sind auf der Prioritätenliste durch eine Neubewertung nach hinten durchgerutscht und haben die Stufe II erreicht. Dies bedeutet, dass das Projekt erst wieder nach 2025 behandelt wird.“ Zwar sei die neu überarbeitete Liste als Entwurf gekennzeichnet. „Ich bin aber überzeugt, dass sich daran nichts mehr ändern wird.“ Zumal das Straßenbauamt mittlerweile diese Entscheidung, die im Februar auf einer Sitzung im Innenministerium gefallen ist, bestätigt hat. Als Begründung gab das Ministerium an, dass die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist. Dies sei das Ergebnis einer Nutzen-Kosten-Analyse. So stünden die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen, da die Gemeinde Inning keine wichtige Verkehrsachse darstellt. Im Umkehrschluss: Der Verkehr durch Inning ist laut Behörde hausgemacht und resultiert hauptsächlich aus Verkehrsteilnehmern aus Inning, Herrsching, Seefeld und aus Richtung Autobahn. „Nun ist guter Rat teuer. Dass der Ortskern vom Verkehr entlastet werden muss, daran besteht kein Zweifel. Wir müssen uns nun überlegen, ob es eine Alternative zur Umgehungsstraße gibt.“ Es bestehe zwar die Möglichkeit, die über Jahre hinweg geplante und mehrmals novellierte Trasse doch noch zu bauen. „Das geht aber nur unter der Voraussetzung, dass wir die komplette Finanzierung übernehmen. Bei 4,8 Millionen Euro Baukosten kein leichtes Unterfangen“, schließt Röslmair diese Möglichkeit vorerst aus. „Wir werden aber nicht bis 2025 hinwarten, sondern uns überlegen, welche anderen Möglichkeiten bestehen, den Verkehr zu reduzieren.“ Das letzte Wort hat der Gemeinderat. Er wird in einer der nächsten Sitzungen die weitere Vorgehensweise festlegen, erklärt Röslmair. In der Bürgerversammlung am Montag, 4. April, im Haus der Vereine werden dann die Bürger über den aktuellen Sachstand informiert.

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