Ökopunkte

An Ökopunkten scheiden sich die Geister

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Gilching – Zurück zum Ursprung lautet das Motto bei der geplanten Renaturierung des Wildmooses rund um Gilching.

Um die Bauern zum Mitmachen zu bewegen, lud die Untere Naturschutzbehörde zu einer Infoveranstaltung ins Gilchinger Rathaus ein. Rund 50 betroffene Bauern aus der Region nahmen die Einladung an. Neben viel Zustimmung gab es auch Gegenwind. Beim Wildmoos zwischen Etterschlag, Fürstenfeldbruck und Gilching handelt es sich um ein Hochmoor, das Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 60er Jahre hin wegen Torfabbau trocken gelegt wurde. Fatal für die Umwelt, da funktionierende Hochmoore das klimaschädliche Treibhausgas CO2 in Kohlenstoff umwandelt und so einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten, erklärte Petra Gansneder von der Unteren Naturschutzbehörde. Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch sah man eher den Nutzen für den täglichen Bedarf, als dass damals der Klimawandel schon Thema gewesen wäre. „Jeder Hof in Gilching sowie in Alling hatte je eine Parzelle erhalten, um dort Torf als Brennmaterial zu stechen. Um das Moor trocken zubekommen, wurden zur Entwässerung entsprechend Gräben gezogen.“ In den 60ern sei dann Schluss damit gewesen. „Seither dümpelt das Wildmoos ohne großen ökologischen Nutzen so vor sich hin.“ Nun sei man dabei, für das rund 42 Hektar große Areal eine Wiedervernässung anzustreben. Dazu braucht es aber die Zustimmung der 120 Grundstückseigner. „Bereits 44 Prozent haben ihre Zustimmung, ohne eine Bedingung daran zu knüpfen, signalisiert“, sagte Gansneder. Dann gebe es Eigner, die verkaufen wollen oder einen Landtausch angeboten haben. Komplizierter jedoch sei der so genannte Wertgewinn für ein eigenes Ökokonto, erklärte dazu Starnbergs Naturschutzreferent Peter Drehfahl. „Die Verteilung der Wertpunkte ist rechtlich sehr kompliziert und nur für denjenigen interessant, der wegen eines Bauvorhabens später einmal entsprechend ökologische Ausgleichsflächen oder ein Guthaben auf dem Ökokonto nachweisen kann“, erläuterte er. Zweifel hegte Bauernkreisobmann Georg Zankl an der gerechten Verteilung der Ökopunkte. „Grundsätzlich ist das schon ein Weg, den wir Bauern mitgehen können. Es muss aber eine Nachbesserung der Wertpunkte geben, denn es gibt noch einige, die sagen, sie machen da nicht mit.“ Willi Painhofer, Ortsobmann der Bauern von Geisenbrunn, sprach sich grundsätzlich gegen das vorgestellte Verteilungssystem der Ökopunkte aus. „Wenn schon eingreifende Maßnahmen geplant sind, dann sollen alle 120 Grundstückseigner etwas davon haben. Deshalb bin ich der Meinung, wir sollten eine Gemeinschaft bilden und unsere Grundstücke komplett in das Ökokonto einbringen. Wenn dann zum Beispiel die Gemeinde Ökopunkte als Ausgleich für den Straßenbau oder ein neues Gewerbegebiet braucht, kann sie diese der Gemeinschaft abkaufen.“ Verärgert über den Diskussionsverlauf machte Drehfahl die Versammlung auf ihre moralische Verpflichtung aufmerksam. „Beim Wildmoos handelt es sich um ein Juwel, das nur noch selten in dieser Größe zu finden ist. Es ist schade, wenn man hier jetzt mehr rausschlagen will. Naturschutz ist nicht beliebig verhandelbar.“ Er bot aber im Gegenzug persönliche Gespräche an, um eventuelle Ressentiments zu beseitigen. An Maßnahmen sind unter anderem die Errichtung von Torfdämmen an den bestehenden Haupt- und Seitengräben vorgesehen, damit das Regenwasser nicht mehr abfließen kann und wieder in den Waldboden versickert. „Ich erhoffe mir dadurch eine wichtige ökologische Aufwertung des Wildmooses“, sagte Drehfahl. pop

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