Optotechnik Heine bleibt vorerst doch in der Gemeinde Herrsching

Während Herrschings Bürgermeister Christian Schiller frohlockt, zeigt sich Gilchings Rathauschef Manfred Walter betrübt. Grund für die unterschiedlichen Empfindungen: Das Herrschinger Unternehmen Optotechnik Heine verschiebt seinen Umzug nach Gilching um einige Jahre.

„Es ist nur eine vernünftige und verantwortungsvolle Entscheidung aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise 2009“, erklärte Firmenchef Oliver Heine auf Anfrage. Wie berichtet, war der Spatenstich für ein neues Werk im Gewerbegebiet Gilching Süd für Frühjahr 2011 geplant. Daraus wird vorerst nichts. „Die Wirtschaftskrise ließ auch die Medizintechnik nicht unberührt. Noch gibt es keine stabile Weltwirtschaft. Niemand weiß, wie es weiter geht. Deshalb wird sich der Umzug nach Gilching um zwei bis vier Jahre verzögern. Wir blicken einfach nur vorsichtig in die Zukunft und nehmen unsere Verantwortung für 500 Mitarbeiter sehr ernst.“ Dazu gehöre, in unsicheren Zeiten nicht dort zu investieren, wo es nicht unbedingt erforderlich ist. „Der Flächenbedarf ist derzeit nicht da. Wir können also mit dem Umzug etwas warten.“ Heine betonte ausdrücklich, dass sein Unternehmen die Krise gut überstanden hat. „Wir hatten keine Kurzarbeit, haben viel Geld in die Entwicklung und Forschung investiert und acht neue Produkte auf den Markt gebracht.“ Die Planung für das neue Werk in Gilching werde außerdem wie gewohnt weiter laufen. Zumal das Unternehmen Heine bereits in Besitz des über 20.000 Quadratmeter großen Areals ist. „Die Planer sind sogar froh, dass jetzt der Druck raus ist und etwas mehr Zeit für die Vorbereitungen bleibt.“ Von einem Glücksfall spricht Herrschings Bürgermeister Christian Schiller. „Ich werde die uns geschenkte Zeit nun nutzen, Versäumtes nachzuholen und alles dafür tun, um für Optotechnik Heine langfristig eine Möglichkeit zu finden, dass das Unternehmen in Herrsching bleiben kann. Herrsching ist zwar nicht der günstigste Standort. Dafür aber der schönste.“ Nicht ganz so glücklich über die Entwicklung zeigte sich Gilchings Bürgermeister Manfred Walter. „Es ist schade, wenn das Grundstück so lange brach liegt. Unabhängig davon hätten wir uns gefreut, so ein renommiertes Unternehmen zu bekommen. Hoffentlich dauert es nicht zu lange, bis wir den Spatenstich feiern können.“

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