Ortsentwicklung Gilching

Frequenzbringer erwünscht

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Gilching – Das Internet verändert das Einkaufsverhalten. Eine Feststellung, die im Rahmen des Bürgerdialogs zur Entwicklung der Gilchinger Ortsmitte die anwesenden Einzelhändler machten.

„Was nützen neue Läden, wenn keiner mehr rein geht?“, fragte Monika Ramsauer. Dennoch wurde der Wunsch nach einem Frequenzbringer laut. Zentrales Thema des dritten Treffens zur Ortsentwicklung war die Neugestaltung der historischen Römerstraße. Ingegerd Schäuble vom gleichnamigen Institut für Sozialforschung ermunterte die Bürger, Vorschläge für künftige Nutzungen zur Verbesserung einzubringen. „Wichtig ist, dass wir gemeinsam an Lösungen arbeiten und dass möglichst alle Interessengruppen vertreten sind, damit sich der Gemeinderat daran orientieren kann.“ Über Vorschläge, die im Vorfeld eingegangen sind, berichtete Orana Erb vom Institut Schäuble. Unter anderem wurde angeregt, mehr Läden an der Römerstraße zu etablieren beziehungsweise gut frequentierte Läden aus dem Umfeld an die Römerstraße umzusiedeln. Und auch der Ruf nach einem Frequenzbringer, eventuell ein Vollsortimenter, solle auf Wunsch der Bürger weiter verfolgt werden. Grundsätzliches zum Einkaufsverhalten im Zeitalter von Internet erläuterte Monika Ramsauer von „Licht Ramsauer“ in der Römerstraße. „Was machen wir mit einer Internetgeneration, die nicht mehr zum Einkaufen geht? Was sollen mehr Läden, wenn keiner rein geht? Wir Geschäftsleute leben nicht von den Gilchingern, sondern von Kunden, die von außerhalb kommen. Deshalb sollte verstärkt nach Möglichkeiten gesucht werden, die Alleinstellungsmerkmal haben und geeignet sind, Menschen einzuladen, nach Gilching zu kommen.“ Eine Beobachtung, die Klaus Schneider, Inhaber eines Modegeschäfts an der Römerstraße, bestätigte. „Der Internethandel hat eine zweistellige Zuwachsrate. Das wird sich auch noch verstärken und uns irgendwann überholen.“ Auch seine Kunden kämen zu 60 Prozent aus den umliegenden Regionen, erklärte er. Mitunter liege dies auch am örtlichen Einzelhandel selbst. „Die meisten Geschäfte an der Römerstraße haben mittags zu. Dies trägt keineswegs zur Belebung des Ortszentrums bei.“ Während für Ideen in Bezug auf die gesamte Ortsentwicklung ein großzügiges Zeitfenster eingeplant ist, muss im Bereich Ecke Römer-/Rathausstraße ein schnelles Ergebnis her, mahnte Schäuble. Wie berichtet, wird gerade der Bebauungsplan erstellt. Die zweijährige Veränderungssperre endet im November dieses Jahres, dann muss der Gemeinderat auch über das durch die Raiffeisenbank geplante Ärztehaus anstelle des alten als Schandfleck bezeichnete Postgebäudes entscheiden. Ein so genannter Vertiefungsdialog war ursprünglich für Dienstag, 5. Mai, geplant. „Wir verlegen diesen auf Samstag, 9. Mai“, erklärte Schäuble. Grund dafür ist, dass sich die Gemeinde Gilching am bundesweit stattfindenden Tag der Städtebauförderung beteiligt, und dieser am 9. Mai vorgesehen ist. Da passt das Thema dann auch gut dazu, ist Schäuble überzeugt. pop

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