Parken will gelernt sein

In der Gemeinde Pöcking scheint alles in Ordnung: Die 850-Jahr-Feier in diesem Jahr hat ein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Dorfbewohnern entstehen lassen – die Bücherei, deren Umzug ins Alte Pfarrhaus einst umstritten war, verzeichnet mit über doppelt so vielen Lesern wie im Vorjahr einen regelrechten Lese-Boom - der Kinderhort wird enorm gut angenommen und auch das Betreute-Wohnen-Projekt kommt voran. Auch finanziell hat die Gemeinde (noch) keine Sorgen. Trotz dieser Erfolgsmeldungen mahnte Bürgermeister Rainer Schnitzler auf der Bürgerversammlung vor zu hohen Erwartungen in den nächsten Jahren.

Nach dem Wegzug von Pöckings größtem Steuerzahler – die LHI-Leasinggesellschaft wird ihren Firmensitz 2009 nach Pullach verlegen und nur noch einige Teile der Firma in Pöcking behalten – sind die finanziellen Konsequenzen noch nicht absehbar. Die Devise des Bürgermeisters lautete deshalb: Vorsichtiges Haushalten im nächsten Jahr. Laut Schnitzler wird Pöcking 2009 nichts erwirtschaften, sondern muss die Rücklagen angreifen. Mit 50 Millionen Euro plus jährlichen Zinseinnahmen von zwei Millionen im Topf können die sich zwar sehen lassen und auch die Gewerbesteuereinnahmen von rund 17 Millionen Euro fließen noch – doch die Gemeinde hat auch einiges vor. So steht die Dorferneuerung Aschering an (geschätzte Gesamtkosten inklusive des ohnehin anfallenden Neubaus der Wasserleitung, der Regenwasserkanäle sowie des Bachausbaus rund 1,625 Millionen Euro), das Betreute-Wohnen-Projekt oder die Erweiterung des Hortes. Hinzu kommt die absolut notwendige Sanierung des Feuerwehrhauses (rund 195.000 Euro) und langfristig sogar ein Neubau, die Sanierung der Schlossmauer in Possenhofen (rund 45.000 Euro) sowie der weitere Ausbau des Wegenetzes. Auch das Bürgersaalprojekt ist noch nicht realisiert. In punkto Handwerkerhof, den Pöckinger Betriebe schon seit langem fordern, konnte Schnitzler keinen Durchbruch bei den Grundstücksverhandlungen vermelden. Bei der anschließenden Diskussion brannte den Pöckingern vor allem der Verkehr an der Hauptstraße auf den Nägeln. Sie kritisierten das rücksichtslose Parken auf den Gehwegen sowie die Rechts-Vor-Links-Regelung am Raiffeisenplatz. Zuvor hatte Bürgermeister Rainer Schnitzler bereits in seiner Rede an alle Autofahrer appelliert, ausreichend Raum für Fußgänger sowie für Mütter mit Kinderwägen, für Kinder mit Fahrrädern und Rollstuhlfahrer zu lassen, damit diese nicht auf die Fahrbahn ausweichen müssten. „Die Verkehrsbeobachtung hat auch gezeigt, dass ein Parken auf den Gehbereichen überhaupt nicht notwendig ist, da in der Ortsmitte immer freie Parkplätze zu finden sind“, so Schnitzler. Eine intensive Informationskampagne soll nun den Pöckingern das richtige Parken in der Ortsmitte näher bringen.

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