180 Parkplätze

Und es geht doch: Hieß es bei der ursprünglichen Planung stets, ohne mehrgeschossigem Parkdeck komme man nicht auf die erforderliche Anzahl von Stellplätzen, legte Architektin Claudia Schreiber nun eine ebenerdige Park-and-Ride-Variante mit 181 Parkplätzen vor. Der Gemeinderat entschied in seiner Weihnachtssitzung, den favorisierten Entwurf weiter zu verfolgen. Im Sommer wurde die vom alten Gemeinderat begonnene Parkhaus-Planung mit einem Bürgerentscheid gekippt.

Schwierig war für Architektin Schreiber der Auftrag, auf dem Areal zwischen den Bahngleisen und der Ladestraße mindestens 180 Stellplätze unterzubringen. Diese Anzahl muss die Gemeinde nachweisen, wenn sie in das Park-and-Ride-Programm aufgenommen werden möchte – und wenn sie nicht die bereits ausbezahlten Fördergelder zurückzahlen will. Einige weitere Vorgaben stammen aus der Bürgerversammlung vom September: Beibehaltung der bislang geplante Rad- und Fußweg entlang des Bahnkörpers, zusätzliche Fahrradständer, eine Fußgängerunterführung am nördlichen Bahnsteig und eine barrierefreie Verbindung zwischen Bahnhofsplatz und evangelischer Kirche. Keine leichte Aufgabe, dennoch konnte Architektin Schreiber in ihren Entwürfen eine Alternative vorstellen, die 180 Pkw’s unterbringt. Freilich gelingt dies nur mit einem deutlich abgespeckten Grünplan. Bepflanzungen zwischen dem Rad- und Fußweg und den Parkplätzen sind erst einmal nicht vorgesehen. Die Stellplätze sind auf drei Parkreihen verteilt, wobei die Plätze entlang der Ladestraße erst noch in das Park-and-Ride-Programm integriert werden müssen. Die erforderliche Mindestbreite von 2,50 Meter wird eingehalten, die Ein- und Ausfahrt ist von beiden Seiten möglich. An Begrünung ist ein Grünstreifen zwischen den zwei Parkreihen an der Ladestraße vorgesehen. Noch keine konkreten Angaben konnte die Architektin über die genaue Anzahl von Bike-and-Ride-Plätzen machen. Bis zu 350 könnten es aber durchaus werden, so Schreiber. Pro Pkw-Stellplatz rechnet Schreiber mit Kosten zwischen 3.500 und 4.000 Euro, also mit einem Endpreis von bis zu 720.000 Euro und darüber. Bürgermeister Christian Schiller verwies in der anschließenden Diskussion auf die ursprünglich einmal veranschlagten 2,3 Millionen Euro für das Parkhaus. Vor allem der Fuß- und Radweg und die Fahrradstellplätze beschäftigte die Gemeinderäte. Claudia Schreiber betonte, dass es sich um einen ersten Entwurf handle und die Feinarbeit erst noch geleistet werden muss. An der Breite von etwa vier Metern für den Rad- und Fußweg werde sich aber nicht viel ändern. Werner Odemer (SPD) und Klaus Pittrich (CSU) mahnten ein vernünftiges Angebot an Fahrradstellplätzen an. „Und zwar nicht so wie am Pasinger Bahnhof, wo die Leute von den Radlständern wieder zurück zum Bahnhof laufen müssen“, warnte er vor einer dezentralen Platzierung. Und Wolfgang Schneider (SPD) möchte möglichst große „Fahrradinseln“, denn eine hohe Frequentierung schütze vor Vandalismus. „Wo viel los ist, wird weniger zerstört“, betonte Schneider. Und Rathaus-Vize Hans-Jürgen Böckelmann (Grüne) wünscht sich mehr Grün auf dem Areal. „Wir sollten hier auch ein bisschen auf die Optik achten.“ Bereits am 8. Januar hat Bürgermeister Christian Schiller einen Termin bei der Regierung von Oberbayern mit Vertretern der Bahn AG. Dann wollen die Beteiligten bereits die weiteren Planungs- und Finanzierungsschritte abstimmen. Der Gemeinderat einigte sich übrigens einstimmig auf den Variantenvorschlag mit den meisten Stellplätzen – was in der Vergangenheit als Ausgeschlossen galt.

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