Paten dringend gesucht

Täglich eine warme Mahlzeit ist für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit, auch nicht in Gräfelfing. Die Gründe und Gesichter der Armut sind vielfältig, die folgen fatal: Unterernährung, Krankheit, Schwäche und soziale Isolation. Gerade ältere Menschen sind von dieser Armut besonders betroffen. Aufgrund ihrer Krankheit oder Behinderung sind viele nicht in der Lage, sich ein warmes Essen zuzubereiten. Gleichzeitig fehlt es an finanziellen Mitteln, um sich täglich eine warme Mahlzeit liefern zu lassen. Damit Hunger kein Thema mehr ist, haben die Malteser ein neues Projekt gegen Altersarmut ins Leben gerufen. Die Rede ist von „Mahlzeitenpatenschaften“.

Mit Hilfe der Malteser Mahlzeitenpatenschaften haben bedürftige Menschen trotz persönlicher oder finanzieller Not die Möglichkeit, täglich ein Mittagessen zu beziehen und somit eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu erhalten. Dazu braucht die Hilfsorganisation Unterstützung. „Mit dem Münchner Großgastronom Stephan Kuffler, haben wir unseren ersten Paten gewonnen“, freute sich der Diözesan Geschäftsführer Christoph Friedrich. Kuffler ist mit den Maltesern besonders eng verbunden. Er sitzt auch im Beirat des Malteser Kinderhospiz München. „Als ich von dem Projekt erfahren habe“, so Kuffler, „habe ich sofort eine Jahrespatenschaft übernommen.“ Auch weil man weiß was mit der Spende geschieht. „Mir macht es Spaß zu helfen.“ Viele dieser älteren Mitmenschen haben ein Leben hart gearbeitet sind nun in eine Situation geraten, aus der sie sich selbst nicht mehr helfen können. „Deshalb sollten wir sie auch unterstützen“, findet der Unternehmer. „Letztlich tut man auch indirekt was Gutes für sich selbst.“ Da jede Hilfe zählt, können Bürger oder Unternehmen die Höhe ihrer Spende selbst bestimmen. Ob sechs Euro für ein warmes Mittagessen, 48 Euro für eine Woche mit einer warmen Mahlzeit pro Tag oder 192 Euro für vier Wochen. „Gerne kann natürlich auch eine Patenschaft für ein ganzes Jahr übernommen werden, die bei 2.496 Euro liegt“, erklärte Friedrich bei der Vorstellung in der Geschäftsstelle der Malteser Gräfelfing. Zudem sollen die Spenden einen lokalen Bezug bekommen. Das heißt, die Spender können bestimmen, welcher Malteser Dienststelle ihre Spende zugute kommen soll. Gestartet wird vorerst im Raum München. Der Diözesanleiter des Malteser Hilfsdienstes in der Erzdiözese München und Freising, Carl Joseph Graf Wolff Metternich unterstrich, „dass viele ältere Menschen immer ärmer werden. Altersarmut und Inmobilität schieben die Leute an den Rand unserer Gesellschaft.“ 2008 lag die Altersarmut bei über zehn Prozent. „Dieses Jahr müssen wir mit noch höheren Zahlen rechnen.“ Über 10.000 Münchner Rentner bezogen 2008 eine Grundsicherung im Alter. Von der Rente allein, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe können sich viele Menschen in der Landeshauptstadt nicht mehr ausreichend mit Lebensmitteln versorgen. Deshalb arbeiten die Malteser auch eng mit der Münchner Tafel zusammen. „Ziel unseres Projekts ist zudem die, Patenschaft für ein Jahr zu sichern, damit sich die Menschen ein Jahr lang auf eine warme Mahlzeit am Tag freuen können“, so Friedrich. Die Hilfe beginnt, „sobald wir ausreichend Spendenmittel erhalten haben“. Ein weiteres Kernelement ist die Anonymität. Friederich weiß um die Hemm- beziehungsweise Schamschwelle der bedürftigen Bürger. Spender und Empfänger kennen sich nicht wie bei einer Kinderpatenschaft in Afrika. Rund 100 Patenschaften seien das Ziel der Malteser im ersten Jahr, erklärt Metternich. Allerdings kann nicht jeder eine Patenschaft beantragen. „Hier haben wir ganz klare Vorgaben. Erst wenn die Bedürftigkeit wirklich festgestellt wurde, kann eine Patenschaft beantragt werden. So stellen wir sicher, dass nur wirklich Bedürftige von den Patenschaften profitieren“, betont Metternich. Zudem wird die Bedürftigkeit jedes Jahr neu geprüft. Bei Fragen zu den Mahlzeitenpatenschaften informiert der Malteser Hilfsdienst in Gräfelfing unter der Telefonnummer 089/8580800.

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