Geplantes Pflegeheim

Anwohner protestieren gegen Projekt

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Gilching – In Gilching soll anstelle des alten Raiffeisen-Lagerhauses an der Weßlinger Straße ein modernes Pflegeheim entstehen. Eröffnung war spätestens für Herbst 2014 geplant.

Doch Proteste der Anwohner, die zudem vor Gericht ziehen wollen, verzögern das Projekt. Wer in der Gemeinde Gilching auf eine schnelle Umsetzung von geplanten Projekten hofft, wird meist eines Besseren belehrt. Die Umgehungsstraße steht seit 40 Jahren auf der Agenda. Das neue Rathaus im Ortszentrum hat auch schon über drei Jahrzehnte Planungsphase auf dem Buckel. Und an einem neuen Pflegeheim für Gilching wird ebenfalls seit fast zwei Jahrzehnten herum gebastelt. Zumal das bestehende BRK-Heim an der Rosenstraße, das im Besitz der Gemeinde ist, längst nicht mehr den Bedarf deckt. Im Laufe der Jahre musste die Kommune zudem viel Geld in aufwändige Sanierungsmaßnahmen, unter anderem wegen zusätzlicher Brandschutzauflagen, stecken. Nun hat sich vor vier Jahren ein privater Investor gemeldet, der anstelle des mittlerweile als Schandfleck bezeichneten Raiffeisen-Lagerhauses an der Ecke Weßlinger-/Römerstraße ein modernes Pflegeheim errichten will. Im Gemeinderat wurde der Antrag im Herbst 2010 gestellt und das Bauleitplanverfahren auf den Weg gebracht. An eine rasche Umsetzung jedoch ist nicht mehr zu denken. „Es ist ein weit schwierigeres Vorhaben, als gedacht“, begründete Bürgermeister Manfred Walter die Verzögerung des Bauvorhabens. Innerhalb der Auslegung haben Anwohner unter anderem die Größe des Projekts und zu geringe Abstandsflächen beanstandet. Geplant war laut Helmut Schleich von der Firmengruppe Schleich & Haberl ein gestalterisch ansprechendes zweistöckiges Gebäude in H-Form mit 70 Pflegeplätzen, einem Seniorencafe, einem Hausfrisör und einem Fahrdienst, der unter anderem Essen auf Rädern anbieten will. Die Trägerschaft wird von der Wohn- und Pflegeheim-Betreibergesellschaft Pichlmayr übernommen. Dieses Unternehmen hat bereits 16 bayerische Pflegeheime unter seinen Fittichen. Auf der Internetseite von Pichlmayr ist derzeit zu lesen: „Unser Haus in Gilching ist im Moment in der Planungsphase. Wir rechnen nach dem momentanen Fortschritt mit einer Eröffnung im Jahr 2014.“ Ein frommer Wunsch, der möglicherweise am Widerstand der Anlieger scheitert. In der Bauausschusssitzung am Montag wurde zwar der Bebauungsplan nach der Berücksichtigung eingegangener Einwände und Stellungnahmen mehrheitlich verabschiedet und erneut die öffentliche Auslegung beschlossen. Nachdem jedoch die Anlieger bereits einen Anwalt eingeschaltet haben, rechnet das Gremium mit einer Fortsetzung vor Gericht. Der für das Bauleitplan-Verfahren im Jahr 2010 beauftrage Anwalt der Gemeinde hat übrigens sein Mandat kurzfristig nieder gelegt. „Wir konnten einfach nicht miteinander“, räumte Bürgermeister Manfred Walter ein. „Unter anderem konnte Herr Steffen sich nicht durchringen, kurzfristig anberaumte Termine einzuhalten beziehungsweise war er nicht bereit, Termine vor 9 Uhr wahrzunehmen.“ pop

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