Pflegestation Fünfseenland

Einkaufen, putzen und Kinder betreuen

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Landkreis – Am 4. Februar war Welt-Krebs-Tag. Er erinnert an eine halbe Million Deutsche, die jährlich von der heimtückischen Krankheit heimgesucht werden.

So erkranken laut Statistik alleine an Brustkrebs jährlich rund 75.000 Frauen - etwa ein Drittel von ihnen sind Mütter von minderjährigen Kindern, deren Familienalltag fortan die Krankheit beherrscht. Um sie kümmern sich Hilfsorganisationen und Pflegewerke. Eine von ihnen ist das „Familienpflegewerk des KDFB“, das sich seit den 50er Jahren die Unterstützung für hilfsbedürftige Familien auf die Fahnen geschrieben hat. Die aktiven Helfer und qualifizierten Kinderpflegerinnen oder Hauswirtsschaftskräfte, absolvieren eine zweijährigen Zusatzausbildung, bevor sie sich um Haushalt und Kinder Betroffener kümmern. Alexandra Kepurra ist Koordinatorin und Einsatzleiterin der Pflegestation Würmtal-Fünfseenland, über die alleine im Landkreis Starnberg im Jahr 2013 mehr als 20 Familien unterstützt wurden. „Wir helfen, wenn ein Familienmitglied psychisch erkrankt, springen bei Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalten genauso ein wie bei Risikoschwangerschaften.“ Auch nach Geburten oder zur Langzeit-Betreuung von geistig und/oder körperlichen Beeinträchtigungen stehen sie den Eltern zur Seite - oder eben bei einer Krebserkrankung des erziehenden Ehepartners. Sie kaufen ein, kochen, putzen, transportieren Kinder von A nach B oder übernehmen die Hausaufgabenbetreuung. Aller-dings geht ihr Aufgabengebiet weit über die erzieherische, hauswirtschaftliche und pflegerische Tätigkeit hinaus. „Das Zwischenmenschliche und die emotionale Unterstützung schwerkranker Mütter wiegt mindestens genauso schwer wie die Entlastung im Alltag. Ein und dieselbe Pflegekraft begleitet die Familie teilweise bis zu acht Monaten oder länger“, betont Einsatzleiterin Alexandra Kepurra. Eine Mitarbeiterin leistet pro Jahr mehr als 1.700 Einsatzstunden. Allerdings fehlt es an Pflegekräften. Das liege unter anderem an den geringen Sätzen der Krankenkasse, die eine höhere Honorierung nicht zulassen. „Wer von dem Pfleger-Gehalt leben muss, tut sich schwer“, erklärt die Einsatzleiterin das schwierige Rekrutieren von Fachpersonal. Die Genehmigung der Kostenübernahme für die Betroffenen hänge ganz von der Krankenkasse ab. „Manche bezahlen nur ein paar Tage oder Wochen, andere wiederum einige Monate.“ Voraussetzung ist mindestens ein Kind unter zwölf Jahren im Haushalt. Stationäre Aufenthalte der Mutter und Schwangerschaften sind gesetzlich geregelt, alles darüber hinaus sei satzungsabhängig. „Private Kassen bezahlen oft gar nicht“, so Kepurra. Für dieses Jahr wurden die Zuschüsse der Kassen allerdings erhöht. Trotzdem bleiben die Betreiber des Familienpflegewerkes auf einem Drittel der Kosten sitzen. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein und auf Spenden und Zuschüsse angewiesen.“ mk

Familienpflegestation Würmtal-Fünfseenland, Einsatzleiterin Alexandra Kepurra, Tel. 08142/6559756, Fax 08142/6559757, E-Mail: kepur-ra@familienpflegewerk.de, www.familienpflegewerk.de.

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