Mit Pioniergeist ins 21. Jahrhundert

Feierten das 60-jährige Bestehen der Vhs: (v.l.) Wolfgang Herre (Vorsitzender), Gertrud Rogorsch und Fritz Eulitz (Ehrenmitglieder) und Bürgermeister Christian Schiller. Foto: Kirner

Die Volkshochschule (Vhs) Herrsching feierte im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching ihren 60. Geburtstag. Unter den rund 120 Gästen waren auch Ehrenmitglieder wie Fritz Eulitz und Gertrud Rogorsch.

Sprachkurse, „Augen-Qigong“, Führungen zu magischen Orten und Computerkurse sind nur ein kleiner Auszug aus einem vielfältigen Programm der Vhs Herrsching. Insgesamt werden derzeit 350 Kurse und Seminare rund um Beruf, Gesundheit, Sprachen, Gesellschaft, Kultur und Freizeit angeboten. So breit gefächert war die Vhs nicht immer aufgestellt. Geprägt vom Bildungswillen der Bürger lag der Schwerpunkt in den Anfängen mehr auf Kunst, Literatur, Studienreisen und Konzerten. „Den Gründervätern ging es 1950 um den Erhalt und die Wiederbelebung einer durch Krieg und Nazi-Herrschaft darniederliegenden deutschen und bayerischen Kultur“, beschrieb der Vorsitzende Wolfgang Herre in seiner Begrüßungsrede die Geburtsstunde der Erwachsenen-Bildungsstätte. Das Angebot ist seinerzeit angekommen. Laut Herre nahmen im ersten Jahr des Bestehens der Vhs bereits 356 Schüler an den Veranstaltungen teil. Im Vergleich: derzeit sind es rund 6.000 Teilnehmer jährlich. Ein Aufwärtstrend, den der ehemalige Seefelder Bürgermeister und Vhs-Ehrenmitglieder, Fritz Eulitz, maßgeblich mitgestaltete und mit seinen 97 Jahren immer noch mit Freude beobachtet. „In den 80er Jahren haben wir dann Struktur rein gebracht“, erinnert er sich. Anfänger- und Fortgeschrittene seien erstmals in verschiedene Kurse aufgeteilt worden. Josef Heiss ergänzte, dass noch vor Eintritt in das EDV-Zeitalter bei der Vhs auch schon Computerkurse im Angebot waren. Heiss gehörte der Vorstandschaft 22 Jahre lang an, davon etliche Jahre als Vorsitzender. Vom Pioniergeist der Gründungsväter angetan lobte Landrat Karl Roth die Vhs-Initiative, bereits Ende der 70er Jahre außerdem schon Deutschkurse für Ausländer angeboten zu haben. In seinem Grußwort gratulierte Herrschings Bürgermeister Christian Schiller den Organisatoren und bedankte sich für das teils aufopfernde Engagement. Er ging allerdings auch auf aktuelle Probleme ein. Unter anderem plagt den Rathauschef und das Vhs-Team der stetige finanzielle Ausstieg staatlicher Stellen. „Sie lassen uns als Gemeinden immer mehr alleine dastehen“, sagte Schiller im Hinblick darauf, dass es sich bei der Erwachsenen-Bildung um einen staatlichen Pflichtauftrag handelt. Abgerundet wurde der Festabend mit dem Improvisationstheater „TATwort“ aus München. Mit „Lauter kleinen Premieren“ begeisterten sie das Publikum. Ideengeber für die Sketche waren die Festgäste, die durch spontane Zurufe das Geschehen auf der Bühne mitbestimmten. Die Akteure nutzten die Gelegenheit und verwiesen darauf, dass die Fertigkeit zu improvisieren in einem Vhs-Kurs gelernt werden kann. Beim Feiern außerdem mit dabei: Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum und Bürgermeisterin Anna Neppel aus Andechs.

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