Planegg verschiebt Resolution

Die Gemeinden Gauting und Krailling haben es vorgemacht, auch im Isartal formiert sich die Politik, um gegen den Autobahnsüdring der A99 Front zu machen. Bekanntlich lehnt auch die SPD-Fraktion im Planegger Gemeinderat eine Südtangente entschieden ab. Was die Genossen dazu bewogen hat, mit einer Resolution, so wie sie erst vor ein paar Wochen in Gauting verabschiedet wurde, auch den Planegger Protest zum Ausdruck zu bringen. Des Weiteren beantragte die SPD in der Sitzung am Montagabend, Unterschriftenlisten im Rathaus auszulegen.

Mit einer Machbarkeitsstudie prüft der Freistaat derzeit mögliche Trassen für eine Verbindung der Autobahnen A96 (Lindau), A95 (Garmisch) und A8 (Salzburg). Mit Ergebnissen wird im Sommer gerechnet. Aus einem ersten Zwischenbericht wurden 18 verschiedene Varianten bekannt, die, wie berichtet, alle in den betroffenen Gebieten entschieden auf Widerstand stoßen. Der Gautinger Gemeinderat hat daraufhin im Februar fast einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der die Kommune deutlich die Machbarkeitsstudie wie auch das Gesamtprojekt eines Südrings ablehnt. Gauting zweifelt an dem (volks-) wirtschaftlichen und verkehrlichen Nutzen, warnt vor einer „Zerschneidung“ von Bannwäldern, Landschafts- und Wasserschutzgebieten. Die Trassen würden durch dicht besiedelte Gebiete führen und darüber hinaus auch wichtige Naherholungsflächen zerstören. „Die mit der Machbarkeitsstudie verfolgten Ziele einer ‚Bündelung der Verkehrsströme auf umweltverträgliche Art’ sowie einer ‚Entlastung des Umlands’ werden damit vollkommen unglaubwürdig“, heißt es in dem Gautinger Text. Nach Wunsch der SPD-Fraktion soll Planegg sich diese Version zu Eigen machen und statt Gauting den eigenen Ortsnamen einsetzen. Parallel dazu will man Unterschriften von Unterstützern sammeln. Denn auch die Planegger Lebensqualität sei von den geplanten (beziehungsweise untersuchten) Trassen massiv betroffen. So befürchtet die SPD, dass Planegg insbesondere wegen seiner herausragenden Ost-West- und Nord-Süd-Achsen zu einer der am meist betroffenen Gemeinden werde könnte, betonte Fraktionssprecher Benjamin Wittstock. Außerdem sei ein gemeinsames Handeln im Würmtal wünschenswert. „Das ist der richtige Antrag, aber er kommt zu früh“, befand Fritz Haugg (FDP). Zuvor hatte Bürgermeisterin Annemarie Detsch auf eine Info-Veranstaltung in Planegg Ende Mai hingewiesen. So wie Haugg sah es auch die CSU-Fraktion: „Das Ziel ist richtig, aber der Weg ist falsch“, befand auch Gerhard Schleburg, der sich ebenfalls entschieden gegen die Autobahn wendet. „Wie wollen wir denn den Bürgern erklären, dass sie wogegen unterschreiben sollen und wir nicht erklären können, warum sie das sollen“, schüttelte Schleburg den Kopf. Für Philipp von Hirsch stand sogar die Glaubwürdigkeit als Politiker auf dem Spiel, wenn man jetzt eine Resolution verabschiede und Unterschriften sammle bevor die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie bekannt seien. „Mit dieser Vorgehensweise machen wir uns beim Bürger eher unbeliebt“, sagte von Hirsch. Wehret den Anfängen, warnte Thomas Roy (SPD) dagegen. „Diese Varianten sind blitzgefährlich“, so Roy, das gesamte Projekt nannte er einen „ökologischen Wahnsinn“. Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21), der wie Roy diverse Veranstaltungen zu Südringtrassen und Machbarkeitsstudie besucht hat, versuchte die Stimmung noch zu wenden: „Das ist völlig unschädlich, das bereits heute zu beschließen. Wir machen so nur unseren politischen Widerstand deutlich.“ Michael Book fand mit seinem Antrag am Ende aber Gehör, die Ergebnisse der Studie erst einmal abzuwarten und den SPD-Vorstoß so lange zurückzustellen. Eine Mehrheit von 15:8 Stimmen folgte seinem Vorschlag.

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