Pöcking im Dilemma

Pöcking – Das Minispielfeld in Pöcking sorgt für Ärger: Ein Anlieger empfindet die Ballgeräusche unzumutbar und hat nun beim Verwaltungsgericht Klage wegen Lärmbelästigung eingereicht.

Hintergrund: Das vom DFB (Deutscher Fußballbund) geförderte Kunstrasen-Minispielfeld war vor einem Jahr am Sportpark Pöcking aufgestellt worden. Insgesamt hatte der DFB deutschlandweit 1.000 solcher Minispielfelder mit einem zweistelligen Millionenbetrag gesponsert. Ziel der DFB-Aktion: In die Nachhaltigkeit der Fußball-Weltmeisterschaft zu investieren. „So wie früher muss der Fußball auch außerhalb des Vereins nah an die Menschen kommen. Fußballspielende Kinder und Jugendliche gehören wieder mehr in das Bild unserer Städte und Dörfer in Deutschland“, hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger gesagt. Das Minispielfeld ist laut Definition von UEFA und dem Deutsche Fußball-Bund ein modernes Fußball-Kleinspielfeld, das mit Gummigranulat gefülltem Kunststoffrasen, inklusive einer elastischen Tragschicht, sowie Banden mit integrierten Toren ausgestattet ist. Die Platzmaße betragen dabei circa 13 mal 20 Meter, wobei Umgangs- und Erschließungsflächen hinzu kommen. Was nun in Pöcking für Ärger sorgt, sind die Kunststoff-Aluminium-Banden. Jedes Mal, wenn dort ein Ball auftrifft, gibt es einen Knall. Nicht auszuhalten, findet das ein Anlieger. Nachdem seine Vorschläge zur Behebung der Lärmbelästigung abgelehnt worden sind – so wollte er sich laut einer Starnberger Tageszeitung sogar an den Kosten beteiligen, um die Banden zu entfernen und durch Netzte zu ersetzen – geht er nun vor Gericht. Die Gemeinde steckt in einem Dilemma: Ihr sind die Hände gebunden. Eigentlich darf sie nämlich an dem Geschenk des DFB nichts verändern. Um Ärger zu vermeiden, hatte die Gemeinde zudem von Anfang an Schilder aufgestellt, die auf die Spielzeitbeschränkungen hinweisen sowie auch die Schulen und den Pöckinger Sportclub über die Öffnungszeiten informiert. Außerdem war das Minispielfeld erst vom Landratsamt genehmigt worden, nachdem der DFB ein entsprechendes Lärmgutachten vorgelegt hatte. Nun muss das Gericht entscheiden, ob die Lärmgrenzwerte doch überschritten werden.

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