Politik mit mehr "Biss"

„Keine schnellen Entscheidungen aus der Hüfte heraus“: Für die bayerische SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen ist es die dringliche Aufgabe ihrer Partei, aus den Fehlern der Vergangenheit die richtigen Konsequenzen zu ziehen. „Unsere Politik muss wieder Vertrauen wecken“, erklärte die 42-Jährige auf dem Neujahrsempfang der Kreis-SPD in Gilching.

Vor gut 90 Zuhörern beschwor sie den Zusammenhalt innerhalb der Partei und machte den Genossen Mut für die Zukunft. Immerhin „schwächelt“ die lange Zeit unbesiegbar scheinende CSU derzeit erheblich und sei verunsichert. In ihrer gut einstündigen impulsiven Rede versuchte Kohnen eine Erklärung, warum nach einem Jahr unter Schwarz/Gelb „Stoiberland nun abgebrannt ist“. Als einen Grund nannte die SPD-Generalsekretärin die „hochstilisierte Wirtschaftskompetenz der CSU“. Sie erinnerte daran, dass Stoiber auf Kosten des Tafelsilber Bayerns alles verbraten habe. Hart ging sie mit Horst Seehofer ins Gericht. Der Landesvater sei ein „Wendehals“, der von „Tag zu Tag nicht wisse, was kommt“ und oberflächlich, konzeptionslos und nicht transparent Politik betreibe. Angesichts der „bodenlosen“ Bildungspolitik, des Desasters mit der Landesbank (hier wurden laut Kohnen 3,75 Milliarden Euro verbrannt) sowie der unsoliden bayerischen Haushaltspolitik kündigte Kohnen eine Oppositionspolitik mit mehr „Biss“ an: „Wir können das schon“, beschwor sie die Genossen. Wenn die SPD von der Schwäche der CSU profitieren will, muss sie laut Kohnen „mehr zusammen halten“. Die Generalsekretärin plädierte unter anderem, den Kontakt zur Basis und die innerparteiliche Kommunikation deutlich zu verbessern. So sollen verstärkt Abgeordnete auch die Landkreis besuchen. Weitere Aufklärung beim Landesbank-Skandal forderte zuvor auch SPD-Kreischef Tim Weidner in seiner kurzen Ansprache. Er hoffte, dass Deutschland in punkto Wirtschaftskrise mit einem „blauen Auge“ davon kommen wird. „Turbulent und lehrreich“ war das neue Jahr für die Gilchinger SPD und explizit für Gilchings Bürgermeister Manfred Walter gestartet. Der „Fingerprint-Skandal“ (die Einführung eines Fingerprintsystems für Musikschüler) hatte bundesweit für Furore in den Medien gesorgt). „Damit habe ich es sogar bis auf Seite Eins der Berliner Zeitung neben Obama“ geschafft, witzelte Walter. Allerdings hätten ihn Beschimpfungen und Drohbriefe doch sehr nachdenklich gemacht.

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