Probleme durch Häufchen

Starnberg – Zwei Broschüren mit „Tipps für umweltbewusste Hundehalter“ hat die Stadt Starnberg in Zusammenarbeit mit der STAgenda und dem Hundesportverein Starnberg herausgegeben – Anlass ist die zunehmende Verschmutzung durch Hundekot, ein Problem vor allem bei der Trinkwasserversorgung.

Die Rathausverwaltung macht dazu eine simple Rechnung auf: Zirka 1.000 offiziell gemeldete Hunde machen pro Tag ebenso viele Haufen – bei durchschnittlich 300 Gramm (eine vom Hundesportverein bestätigte Zahl) mache dies allein im Stadtgebiet täglich 300 Kilogramm oder pro Jahr 110 Tonnen Hundekot aus, ein erhebliches hygienisches Ärgernis und ein Entsorgungsproblem, dem die Stadt auch mit dem Aufstellen weiterer Hundekotbeutelspender samt Abfallbehältern begegnen will. Bislang gibt es erst zehn solcher Stationen an besonders stark frequentierten Orten, etwa an der Seepromenade, am Kirchplatz und am Nepomukweg; weitere 22 geeignete Standorte haben Bürger, Betriebshof und Vertreter des Hundesportvereins wie Dieter Burkhardt bereits vorgeschlagen. Dass die Pressekonferenz des Bürgermeisters zu diesem Thema vergangene Woche in der Maisinger Schlucht stattfand und dort eine weitere „Station“ aufgestellt wird, war auch kein Zufall: Die Umgebung des „Schutzraums II“ am dortigen Trinkwasserbrunnen nutzen viele örtliche und auswärtige Hundehalter regelmäßig zum Gassigehen. „Die Bodenschicht hier ist dünn und filtert schlecht“, erklärte Lars Meiners vom Wasserwirtschaftsamt, so dass beispielsweise nach Regenfällen Hundekot-Keime spätestens innerhalb von 50 Tagen ins Trinkwasser gelangen können. Wegen dieser akuten Gefährdungslage hatte vor Jahren auch der Hundesportverein sein Domizil nach Jägersbrunn verlagern müssen. „Es gäbe längst wie andernorts rechtliche Möglichkeiten, gegen Hundehalter Bußgelder zu verhängen,“ warnt Helge Walther von der STA-genda uneinsichtige Gassigeher, die meinen, sich um nichts mehr kümmern zu müssen, nur weil sie Hundesteuer bezahlen. Die beiden Broschüren „Hunde in der Stadt“ und „Hunde in der Natur“ klären die Hundeliebhaber nun ab sofort auf über ihre Pflichten, informieren über die Umwelt-belastung durch Hundekot, geben praktische Tipps zur Entsorgung der Haufen und weisen darauf hin, wo ein Vierbeiner sein „Geschäft“ tunlichst nicht machen sollte - etwa in den Blumen-Rabatten auf dem Kirchplatz. Stadtsprecher Karl Heinz Springer dazu: „Unsere Gärtner freuen sich jedes Mal wie ein Schnitzel, wenn sie aus den Pflanztrögen die Haufen klauben müssen.“ Brennpunkte sind nach Erkenntnissen der Rathausverwaltung sämtliche Gehwege der Innenstadt, Wanderwege, Kinderspielplätze und eben die erwähnte Maisinger Schlucht: Sollten die Aufklärungsmaßnahmen und das erweiterte Angebot an Hunde-Stationen nicht fruchten, bleiben nur noch Bußgelder und „flächendeckender Leinenzwang“. Es sei „ein letzter Versuch“, an das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter zu appellieren, lässt die Stadt durchblicken.

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