Regierung schwenkt um

Der Trick funktioniert nicht: Die Westtangente muss nun doch als Staatstraße gebaut werden – eine Verlegung der Kreisstraße STA 3 ist nicht möglich. Damit ist auch die geplante Teilung der Kosten in Höhe von 7,45 Millionen Euro zwischen Landkreis und Stadt hinfällig.

Damit die geplante Umfahrung schnell realisiert werden kann, wollten Landkreis und Stadt ursprünglich eigentlich - auch auf Rat des damaligen Straßenbauamtes, der Regierung von Oberbayern und des Bayerischen Innenministeriums - die geplante Umgehung nördlich von Hadorf bis zur Einmündung Maxhof-Kaserne als Kreisstraße errichten - trotz Einwendungen von betroffenen Grundstückseigentümern und dem Bund Naturschutz. Die Gegner hatten immer die überörtliche Bedeutung der neuen Straße angemahnt. Gemeinsam mit der geplanten Umfahrung von Ober- und Unterbrunn solle schließlich damit eine leistungsfähige Verbindung zwischen der Bundesstraße B 2 und der Lindauer Autobahn geschaffen werden, so der Tenor. Das hat nun auch plötzlich die Regierung von Oberbayern so gesehen. Beim Abarbeiten der eingegangenen Einwendungen gegen den Bau der Westumfahrung bestätigte die Behörde, dass die geplante Trasse gegenüber der bestehenden Kreisstraße STA 3 eine anderen, erheblich weiträumigeren Charakter habe. Sie übernehme die Netzfunktion der Staatsstraße St 2069. Die kleinräumigen Effekte der Westumfahrung sowie die Entlastung der Ortsdurchfahrt Hadorf würden dahinter zurücktreten. Auch monierte die Regierung von Oberbayern: Erst einmal müsse jedes Straßenbauvorhaben mit den Erfordernissen der Raumordnung und Landesplanung vereinbar sein, das heißt: Die negative landesplanerische Beurteilung von 1984 habe immer noch Bedeutung – auch wenn heute kein Raumordnungsverfahren mehr nötig sei. Damit ist das von Landkreis und Stadt gemeinsam vor zwei Jahren beantragte Planfeststellungsverfahren erst einmal gescheitert. In einem zweiten Anlauf wird die Westumfahrung nun wohl von der Stadt Starnberg alleine als „Staatstraße in Sonderbaulast“ gebaut werden müssen. Vorteil: Der Fördersatz erhöht sich damit von rund 45 auf nunmehr 65 Prozent. Außerdem kann im Planfeststellungsverfahren die Abstufung der beiden Staatstraßen, Hanfelder und Söckinger Straße, verbindlich geregelt werden. Damit wäre sie wirksam sobald die Westtangente in Betrieb geht. aj

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