Riedener Weg

Ein Zeichen für den Sport

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Starnberg – Die Aufregung war groß im Vorfeld der jüngsten Starnberger Bauausschusssitzung. Galt es doch für das Gremium, über den Antrag auf einen vorgezogenen Bebauungsplan am Riedener Weg abzustimmen.

Wie mehrfach berichtet, befürchteten die Mitglieder des TSV 1880 Starnberg dadurch das Aus für ihre Tennisabteilung, da einige der dort angesiedelten Plätze dem von der RE-sponsibility GmbH geplanten Siedlungskonzept zum Opfer gefallen wäre. Zur allgemeinen Erleichterung und stürmischem Applaus der zahlreichen Sitzungsbesucher votierte das Gremium nach kurzer Diskussion einstimmig dagegen. Die Anwohner des Riedener Wegs sowie die Mitglieder und Verantwortlichen der Tennisabteilung machen seit Wochen mobil: Bereits zur Stadtratssitzung Ende Juni hatten sie eine Petition mit knapp 1.000 Unterschriften gesammelt. Zur Bauausschusssitzung reichten sie weitere 540 Unterschriften - gesammelt in nur zwei Tagen - nach. Zusätzlich wurde die Seite www.riedener-weg.de im Internet freigeschaltet. Quer durch alle Altersstufen und alle Ortsteile signalisierten hier sehr schnell zahlreiche Bürger ihre Zustimmung und Unterstützung. Aber auch Michael Ullmann, Geschäftsführer der RE-sponsibility GmbH, warb im Vorfeld der Sitzung noch einmal für sein Projekt „Garten Rieden“ und bat per Mail um die Zustimmung zu „diesem zukunftsweisenden Projekt, das für Starnberg und darüber hinaus Vorbildcharakter entwickeln wird“. Die Mitglieder des Bauausschusses konnten sich jedoch nicht für die Pläne Ullmanns erwärmen. Josef Pfister (BMS)wies darauf hin, dass der Riedener Weg für einen Zuwachs weiteren Autoverkehrs, wie er durch die Wohnbebauung käme, nicht gedacht sei. „Der Riedener Weg ist eben ein Weg. Es ist eine Anliegerstraße in einer ruhigen Wohngegend“, so Pfister. „Sozialer Wohnungsbau ist zwar schön und gut, aber da draußen passt es einfach nicht.“ Auch Jürgen Busse (UWG) führte andere Bereiche an, die für einen Wohnungsbau geeignet seien, wie Percha nahe des Malteser Stifts und Am Wiesengrund in Starnberg. „Ich bitte darum, ein Zeichen für den Sport zu setzen“, appellierte Busse an seine Gremiumskollegen. Außerdem sei die Tennisanlage am Riedener Weg eine „der schönsten in Bayern“. Stefan Frey (CSU) forderte ebenfalls, die Grünflächen nicht aufzuweichen. „Die Situation dort muss so bleiben, wie sie ist.“ Und Freys Fraktionskollege Gerd Weger mahnte, die Entwscheidung „nicht nur für heute oder morgen“, sondern langfristig zu treffen. „Nicht, dass wir das in ein paar Jahren wieder auf den Tisch bekommen.“ Um genau dies zu vermeiden, wurde denn auch das Wörtchen „derzeit“ aus dem Beschlussvorschlag gestrichen. Ohne Gegenstimme sprach sich der Bauausschuss dafür aus, den Antrag auf Einleitung eines Verfahrens zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für vier Grundstücke am Riedener Weg nicht weiterzuverfolgen. S. Berger

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