Ruffiniallee wäre ideal

Der Kunstkreis Gräfelfing und die Schule der Phantasie haben ein eigenes Haus im Sinn. Ein „Haus der Kunst“, das der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Um das Kunstbewusstsein in der Bevölkerung verstärkt zu wecken, zu fördern und zu pflegen brauchen beide eine Anlaufstelle für alle Gräfelfinger. Die 1.Vorsitzende des Kunstkreises, Bettina Kurrle, wünscht sich deshalb „Kunst unter einem Dach“.

„Die Aktivitäten des Kunstkreises und der Schule der Phantasie sind bereits auf hohem Niveau, stoßen jedoch immer wieder an Grenzen, was die Möglichkeit der Bekanntmachung und Präsentation von Aktivitäten betrifft“, bedauert Kurrle. Mit der Immobilie Ruffiniallee 9 besitzt die Gemeinde ihrer Meinung nach ein geradezu ideales Anwesen zur Realisierung dieses Projekts. Durch die Architektur des Hauses und die Nähe zum Rathaus sowie zur S-Bahn könne ein zentrumsnahes und visuell sehr ansprechendes Haus der Kunst mit ausreichend Platz für Ausstellungen, Künstlergespräche, Kurse, Workshops, Vorträge, Lesungen, Theater- und Tanzprojekte geschaffen werden, ist Kurrle überzeugt. Auch der vorgelagerter Gartenbereich bietet sich wunderbar für Outdoor-Aktivitäten an und das Aufstellen von Skulpturen. Zudem ließen sich die vorhandene Räume ohne größere Umbaumaßnahmen nutzen. „Wir haben auch keine besondere Ansprüche bezüglich sanitäre Ausstattungen“, betont Kurrle. „Wir brauchen keine Luxussanierung. Hauptsache wir haben ein ‘Kunsthaus’ mit genügend Platz für alle unsere Angebote, die in den letzten Jahren enorm nachgefragt wurden.“ Zumal auch der Bedarf an gemeinsamen Kunsterlebnissen bei den Erwachsenen zunehmend steigt. „Angesichts der hohen finanziellen Zuschüsse seitens der Gemeinde in Musik und Sport, wäre es nur mehr als gerecht auch die Kunst in ähnlichem Maße zu fördern“, formulierte Kai Reichert (BVGL) in seinem Antrag vom 23. Oktober. Auch Gemeinderat Reichert fordert analog zum TSV oder der Jugendmusikschule „eine institutionelle Einrichtung zur Identifikation mit Kunst in Gräfelfing“, welches unter dem Konzept und der Leitung des Kunstkreises wie auch der Schule der Phantasie steht. Um die Räte von ihrer Vision zu überzeugen, stellten Bettina Kurrle, Lilli Plodeck und Sylvia Endres im jüngsten Kulturausschuss ihr Konzept für das Projekt „Gräfelfinger Kunstvilla“ vor. Die freistehenden Villa an der Ruffiniallee bietet ausreichend Platz für Ausstellungsflächen, Büro, Besprechungszimmer, Lager, Teeküche, eventuell ein Künstlercafe und vor allem geeignete Werkstatt- und Büroräume für die Schule der Phantasie. „Nach dem unfreiwilligen Auszug aus der Freihamer Straße sind die jetzigen Räume im Untergeschoß der Grundschule Gräfelfing“, so Endres, „nicht ideal und auf Dauer auch keine Lösung“. Aber jede Zwischenlösung sei immer noch besser als gar keine Lösung, so Endres. Derzeit unterrichtet die Schule der Phantasie mehr als 100 Kinder in den wöchentlich laufenden Kursen und trägt einen wichtigen Beitrag zur künstlerischen Bildung der Kinder. Auch weil das Fach Kunst in der Schule immer mehr weggekürzt wird. In der 8. Klasse steht gerade noch eine Stunde Kunst auf dem Lehrplan, bemängelt Endres. Der Kunstkreis Gräfelfing umfasst an die 160 Mitglieder. Durch ein Kunsthaus könnte das Nutzungspotential auf 400 bis 500 Personen erreicht werden. Mit dem Zitat „Kunst ist nicht Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig“, verdeutlicht der Kunstkreis, dass er nicht als Zusammenschluss von Künstlern zu verstehen ist, sondern als Kunst und das Interesse an Kunst und Künstler fördern möchte. Gerade die Schule der Phantasie versteht es besonders die Jüngsten für Kunst zu begeistern, ergänzt Kurrle. Zweifelsohne besitzt das Haus aus dem Jahr 1914 an der Ruffiniallee Charme, so Bürgermeister Christoph Göbel, der die Notwendigkeit eines Haus der Kunst durchaus teilt, aber „ob es gleich das große Haus der Kunst wird ist eine andere Frage“. Im Rahmen der Sanierung des alten Rathauses an der Bahnhofstraße schlägt Göbel vor, zu überlegen, ob der Kunstkreis dort Räume beziehen könnte. Derzeit ist das komplette Dachgeschoß noch ohne jede Nutzung, so der Rathauschef. Göbel kann sich das Haus aus der Jahrhundertwende und ehemalige Schule als ein Ort für Ausstellungen sehr gut vorstellen.

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