Ruhe für das Federvieh

Sie fahren durch die Lüfte und betrachten die Welt von oben. So schön auch eine Ballonfahrt für die Beteiligten ist, geht der Korb über Vogelschutzgebieten zu tief, stört es das Federvieh. Nun sorgt eine freiwillige Vereinbarung am Ammersee für die richtige Höhe. 

„Tief fahrende Ballons stellen ein erhebliches Störpotential für rastende und brütende Wasservögel am Ammersee und im Ampermoos dar“, sagt Horst Guckelsberger, Vorsitzender des Starnberger Landesbund für Vogelschutz mit Sitz in Stegen. Vor allen Dingen das Südende des Ammersees sei ein extrem sensibler Bereich. „Wir konnten  beobachten, dass die Ballonfahrer teils auf 150 Meter herunter gegangen sind und die Vögel sichtlich gestört haben. Wir dachten uns irgendwann nur noch, nicht ärgern, sondern Kontakt aufnehmen.“ Was im Sommer 2008 unter Federführung von Christian Niederbichler, Ramsargebietsbetreuer für den Ammersee, geschehen ist. Beim Treffen der heimischen Ballonfahrer und ihren Club-Präsidenten habe sich dann heraus gestellt, dass diesen gar nicht bewusst gewesen sei, was ihre Tiefflüge im Vogelbereich auslösen. „Es war eine sehr freundliche Atmosphäre, innerhalb der beider Standpunkte und Probleme erläutert wurden. Das Ergebnis war eine freiwillige Selbstverpflichtung der Ballonpiloten, über sensiblen Bereichen des Ammersees und des Chiemsees während der kritischen Jahreszeiten eine Mindesthöhe von 300 beziehungsweise 600 Meter einzuhalten. Seither sind uns keine gravierenden Störungen heimischer Ballonfahrer mehr gemeldet worden.“ Etwas anders sehe es mit Piloten aus, die etwa aus Norddeutschland kommen und nichts von den Schutzgebieten wissen. Deshalb sei nun geplant, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz, dem Verband deutscher Flugsicherung und dem Deutschen Aeroclub,  aktuelle Luftfahrkarten explizit für Ballonfahrer zu erstellen und diese im Internet zu veröffentlichen. Es gebe zwar Luftfahrtkarten der Bezeichnung AV 1. Diese gelten aber für schnell fliegende Flugzeuge und sind für Ballonfahrer und langsamere Fluggeräte nicht zu gebrauchen, bedauert Guckelsberger. „Wir brauchen Karten, die jahreszeitlich gestaffelt sind, Brutplätze aller bayerischen Seen berücksichtigen und zur besseren Orientierung deutliche Landmarken und Pufferzonen enthalten.“ Nach dem Ammersee und dem Chiemsee soll das Gebiet um das Murnauer Moos erfasst werden. Fernziel jedoch ist eine Deutschland weite Kartierung. „Die Bereitschaft aller Beteiligten ist groß. Doch noch ist nichts in trockenen Tüchern. Im Juli findet das nächste Treffen statt. Dann wissen wir mehr.“ 

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