In Sachen "Gänse-Problematik"

Seit Mitte August hängt in den vom Abschuss der Gänse betroffenen Orten Tutzing und Feldafing das Plakat des Bund Naturschutz. Foto: fkn

Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz hat in einem Schreiben an die Gemeinde Tutzing in Sachen „Gänse“ unter bestimmten Voraussetzungen weitere Dialogbereitschaft signalisiert: „Für Gespräche über weitere Maßnahmen bei Aussetzung der Abschussgenehmigung sind wir gerne bereit. Ziel sollte letztendlich der dringend erforderliche, langfristige und tragfähige Managementplan sein“, heißt es in dem Schreiben.

Zugleich machen die Naturschützer deutlich, „dass wir nicht aufhören werden, uns für das friedliche Zusammenleben von Menschen und Tieren einzusetzen“. Der Kreisvorsitzende Günter Schorn reagierte damit auf vier Briefe des Rathauses an den Bund Naturschutz sowie drei ihrer Einzelmitglieder: Wie berichtet, hatten Gänseschützer im August Versuche von offiziell beauftragten Jägern vereitelt, die Vögel am Tutzinger Seeufer zu dezimieren - mittels Aufscheuchen war den Gänsen damals die Flucht ermöglicht worden. Die Tierschützer beklagen nun in ihrem Antwortschreiben an die Gemeinde, dass in der Juli-Gemeinderatssitzung 1.252 übergebene Unterschriften gegen die Gänse-Bejagung „kaum zur Kenntnis genommen“ worden seien. Zuvor, so Schorn, sei in der Bürgermeistersprechstunde mit dem 2. Bürgermeister Peter Stich (CSU) „das Gefühl vermittelt“ worden, „dass man auf unsere Argumente eingehen wollte“. Bei der folgenden Beschlussfassung sei diese Hoffnung enttäuscht worden. Für den 12:6-Beschluss des Plenums, einen entsprechenden Antrag bei der Unter-en Jagdbehörde im Landratsamt auf Aufhebung der Schonzeit ab Anfang August zu stellen, seien „nur längst widerlegte Argumente vorgetragen worden, auch von Ihnen persönlich“, so Schorn an die Adresse des 1. Bürgermeisters Stephan Wanner. Den Tierschützern sei nicht einmal die Chance gegeben worden, „unser Konzept und unsere Vorschläge vorstellen zu können“. Der Bund Naturschutz kritisiert zudem, dass „keine Zahlen über die realen Populationsdichten vorlegen“ - man habe vor dem „übereilten“ Beschluss zur Gänse-Problematik vielmehr mit vagen Schätzungen hantiert. Das Argument, der Kot der Grau- und Kanada-Gänse würde eine „Infektionsgefahr“ für den Menschen darstellen, widerspreche anderslautenden Veröffentlichungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, schreibt der Bund Naturschutz und bemängelt darüber hinaus die von den Abschuss-Befürwortern „zur Stimmungsmache“ benutzte, „nicht nachweisbare Aussage“, wonach es „ohne Gänse wieder viel Schilf“ am See geben würde.

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