Schalldämpfer für S-Bahn-Züge

Sie rauben bisweilen den letzten Nerv: Zischende, krachende und fachende S-Bahnzüge an den Endhaltestellen – ein unerträgliches Ärgernis für die Anwohner. Abhilfe verspricht nun ein Schalldämpfer (Diffusor), der kürzlich im Münchner S-Bahn-Werk Steinhausen vorgestellt wurde.

Weil die Verantwortlichen bei der S-Bahn München den Klagen der Anlieger über die Lärmbelästigung gerade an Wochenenden und in der Nacht nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben, hat sich im Juli vergangenen Jahres die Interkommunale Lärmschutzinitiative (ILI) gegründet. Ihr gehören heute rund 170 Mitglieder an, wie die Gemeinde Herrsching, sind dem Bündnis auch zahlreiche Kommunen beigetreten. Linderung verspricht ein neuartiger Schalldämpfer. Die Technik des Diffusors erklärte im Werk Steinhausen jüngst S-Bahngeschäftsleiter Bernhard Weisser Vertretern der ILI. Der Schallschutz wird im Unterbodenbereich der S-Bahn an die Luftaufbereitungsanlage angebaut. Über diese Anlage wird die Feuchtigkeit aus dem Wagen mit Hochdruck ausgeblasen. Dadurch entsteht ein kurzes, lauteres Zischgeräusch. Der Diffusor dämpft diese ärgerlichen Geräusche stark ab. „Im Anschluss an unser letztes Treffen im Mai dieses Jahres haben wir geprüft, inwieweit der Einbau eines Schalldämpfers generell technisch machbar ist und zwischenzeitlich ein Fahrzeug damit ausgestattet“, sagte Weisser bei der Präsentation. Er freue sich über den „konstruktiven Dialog“ mit ILI, mit der er in den nächsten Wochen die weitere Vorgehensweise klären möchte. „Wir warten noch auf ein verbindliches Angebot durch den Hersteller. Im Anschluss daran werden wir prüfen, inwieweit die S-Bahn München die Ausstattung der gesamten Flotte finanziell bewerkstelligen könnte“, berichtete Weisser. Im weiteren Verlauf des Besuches tauschten sich die Vertreter von S-Bahn und ILI über den Status Quo zu einem Bündel von Maßnahmen aus, die beim letzten Treffen vereinbart wurden. So konnte beispielsweise durch eine Fahrplanänderung die Dauer der Abstellzeit in Deisenhofen deutlich reduziert werden. Außerdem überprüfe man Möglichkeiten, inwieweit die Fahrzeuge an den Endstationen außerhalb bewohnter Bereiche abgestellt werden können. In enger Abstimmung mit der ILI werde man nach geeigneten Abstellplätzen suchen, heißt es bei der Bahn. Außerdem habe sich auch die enge Zusammenarbeit der S-Bahn mit der ILI beim Störungsmanagement bewährt. Weisser: „Auftretende Probleme können jetzt einfacher und schneller gelöst werden.“

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