Sensation oder nicht?

Durch die neueste Verkehrszählung in Inning fühlen sich sowohl die Gegner einer Umgehungsstraße wie auch Befürworter in ihren Forderungen bestätigt. Bürgermeister Werner Röslmair plädiert weiterhin für eine Entlastungsstraße.   

  Während die Gegner der Umgehungsstraße von Inning von einer Sensation sprechen, kontert Bürgermeister Werner Röslmair: „Wo ist da die Sensation? Es wurde lediglich festgestellt, dass das Verkehrsaufkommen in Inning seit fünf Jahren stagniert. Das bedeutet aber auch, dass wir Inninger seit fast 20 Jahren unter einem extrem hohen Verkehrsaufkommen leiden.“ Wie berichtet, hat die vierwöchige Zählung an vier Standorten ergeben, dass der nördliche Teil der Staatsstraße 2067 kurz vor der Autobahnauffahrt täglich von 11.158 Fahrzeugen, davon 332 Lkws, frequentiert wird. Im Süden sind es 5.697 (310 Lkws) Fahrzeuge in Richtung Herrsching und 3.528 (116 Lkws) Fahrzeuge Richtung Seefeld. „Für uns bedeutet dies, dass der Durchgangsverkehr bei 9.225 Fahrzeugen liegt. Und dies schon seit fast 20 Jahren“, rechnet Röslmair vor. Der Rest von rund 2.000 Fahrzeugen werde allerdings dem innerörtlichen Verkehr zugeschrieben, räumt der Rathauschef ein. „Für mich hat die neue Zählung ergeben, dass wir dringend eine Umgehungsstraße brauchen. Laut Straßenbauamt nämlich nimmt eine Entlastungsstraße 60 bis 70 Prozent des Durchgangsverkehrs auf.“ Als „Sensation in Inning“ werten die Gegner der Umgehungsstraße die aktuelle Verkehrszählung. „Der Verkehrsstrom Nord-Süd ist demnach viel kleiner als angenommen. Ein Großteil des Verkehrs ist tatsächlich hausgemacht“, schreibt Thomas Palaske von der Initiative „Schnellstraße in Inning – nein“. Er kritisiert weiterhin, dass der Gemeinderat an 30 Jahre alten Planungen festhält. Seiner Meinung nach  müsste „die gesamte Verkehrsplanung von Fachleuten und aktiven Bürgern neu überdacht werden“. Die Initiative ist überzeugt, dass durch einfache Maßnahmen wie unter anderem Geschwindigkeits-Smilies an Ortseinfahrten eine Umgehungsstraße überflüssig macht. „Nicht zuletzt aber könnte die Straßenbelagserneuerung mit Flüsterasphalt Vorteile bringen.“ Zum Punkt Verkehrsberuhigung sagte Susanne Münster vom Landratsamt Starnberg: „Die nachhaltigste Form der Verkehrsberuhigung stellt die Reduzierung des Verkehrsaufkommens dar. Dies ist aber nur dann möglich, wenn dieser auf ein örtlich festgelegtes Hauptverkehrsnetz ausweichen oder durch Verlagerung auf den ÖPNV und andere Verkehrsmittel verringert werden kann.“

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