Uli Singers neues Buch

"Der Kormoran im Küchenschrank"

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Gilching – Sie wird oftmals als Hexe bezeichnet oder gar als „wuida Hund“, wie sie der Fastenprediger Helmut Wagner gerne nennt: Uli Singer alias Polly Polster, seit vielen Jahren Heimatschreiberin, unter anderem für den Starnberger Kreisboten und den Starnberger Merkur.

Die Schreiberei ist nicht ihre einzige Passion. „Nein, mich reizt, stets etwas Neues aus dem Boden zu stampfen und, wenn es gut läuft, an potentielle Nachfolger zu übergeben“, erklärt sie. „Einzig bei meiner Arbeit für die Zeitung bin ich auf Dauer hängen geblieben. Das liegt aber daran, dass täglich neue Themen auf den Schreibtisch kommen, in die man sich stets neu einarbeiten muss. So geht der Reiz nie verloren.“ Ihr liegt aber auch die Förderung des Nachwuchses am Herzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Talente aus der Kleinkunstszene handelt oder um Kinder, die in ihren Talenten gefördert werden sollen. Die Liste ihrer „Schandtaten“ ist lang. In Herrsching gründete sie zusammen mit Frank Meyer-Brühl aus Hechendorf den Kindergarten Villa Kunterbunt, der damals „Förder- und Vorschulkindergarten“ hieß. In Steinebach war sie viele Jahre lang Chefin des Wörthseebrettls, in dem viele bekannte Künstler gastierten beziehungsweise ihr ersten Brettl-Erfahrungen machten. „Das war damals wirklich noch Neuland“, erzählt die fast 69-Jährige. „Ich weiß noch genau, wie ich vor gut 30 Jahren erstmals den Ringsgwandl auf die Bühne holte. Das Publikum war gespalten. Die eine Hälfte flippte fast aus vor Begeisterung. Die andere hat mich für total verrückt erklärt, weil ich ihnen so einen Schmarrn vorsetzte.“ Doch Singer blieb ihrer Linie treu, förderte unter anderem das Modern String Quartett, den Willi Astor, den Tiger-Willi und das Kabarettduo Meilhamer/Schlenger alias Herbert & Schnipsi. Außerdem holte sie Weltstars wie das Original Golden Gate Quartett oder auch Hubert von Goißern nach Bayern beziehungsweise in den Landkreis. Mit dem Kabarettisten Bruno Jonas aber hob sie in München das legendäre Lustspielhaus aus der Taufe. Trotz ihres laut eigener Worte „hohen Alters“ und ihrer „arg müder Knochen“ denkt sie nicht daran kürzer treten. Vor einem Jahr gründete sie auf Anregung des Seefelder Bürgermeisters Wolfram Gum die Uli-Singer-Stiftung und übernahm kurz danach den Verein Kinderinsel. Gemeinsames Ziel ist es, vor Ort sozial benachteiligte Familien und Kinder nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern auch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Und wenn es ihre knapp bemessene Zeit erlaubt, schreibt sie das eine oder andere Buch. Nach „Zuag’hört und aufg’schriem“ und „Sowieso und nirgendwo“ ist neu der „Kormoran im Küchenschrank“ erschienen. Auch hier spielt die Regionalität eine wichtige Rolle. Handelt es sich doch um einen Kormoran vom Ammersee, der gerade noch den Kugeln der Fischer entkommt und vom „Papagei“ gerettet wird. Nicht zu verkennen, dass in dieser Geschichte, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet ist, auch autobiografische Züge zum Zuge kommen. Die Handlung beginnt nämlich in einem Münchner Zoo-Laden, in dem Singer tatsächlich aufgewachsen ist und in dem sie als Kind ihre Nächte hinter einem Schaufenster verbrachte. In diesen Laden bringt der Papagei vorerst mal den Kormoran in Sicherheit, was wiederum für Diskussionen mit der Laden-Inhaberin Polly Polster führt. Illustriert wurde das fast realistische Abenteuer durch Horst Wendland, erfolgreicher Buchautor und Karikaturist, unter anderem für den Kreisboten. Und was steht bei Uli Singer als nächstes auf dem Programm? „Das wird nicht verraten. Nur so viel, es kommt spätestens um Ostern herum ein Buch auf den Markt, das viele Geschichten und aberwitzige Illustrationen enthält.“ Der „Kormoran im Küchenschrank“ aber ist ab sofort im Buchhandel zum Preis von 15 Euro erhältlich. sb

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