Sonderflughafen Oberpfaffenhofen

Verein Fluglärm unterstützt Privatkläger

+
Rudolf Ulrich vom Verein Fluglärm erklärte den rund 50 Mitgliedern die Entwicklung im Kampf gegen den Geschäftsreiseflugverkehr.

Gilching – „Ein Einzelner könnte das gar nicht stemmen“, sagte Gerhard Held, Vorstandsmitglied des Vereins Fluglärm mit Sitz in Gilching.

Deshalb werde der Verein die neun Privatkläger finanziell auch bei der Beschwerde am Bundesverwaltungsgericht unterstützen. Der Antrag wurde bereits gestellt.     

Zur Jahresversammlung waren am Dienstag rund 50 Mitglieder in das Freizeitheim Geisenbrunn gekommen. Rückblickend zählte Vorsitzender Rudolf Ulrich Erfolge und Niederlagen des Vereins innerhalb der vergangenen 25 Jahre auf. Am 23. Januar 1988 formierten sich Bürger und Kommunen im Landkreis zum „Erhalt des Erholungswertes des Fünfseenlandes“. Damals bestand Gefahr, dass in Oberpfaffenhofen die Allgemeine Luftfahrt angesiedelt wird, was erfolgreich verhindert wurde. Seither finden immer wieder Widerstände gegen Planungen auf dem Flughafenareal statt. Zuletzt gegen den Geschäftsreiseflugverkehr, der mittlerweile rechtskräftig genehmigt ist; den die Fluglärmgegner jedoch so nicht hinnehmen wollen. Eine letzte Chance, nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof sämtliche Klagen abgewiesen hat, sieht der Verein für seine neun Privatkläger vor dem Bundesverwaltungsgericht. Dort wurde bereits Antrag auf Beschwerde wegen der Nichtzulassung der Revision vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht. Unter anderem soll geklärt werden, inwieweit das Landesentwicklungsprogramm, in dessen neuester Fassung der Geschäftsflugverkehr in Oberpfaffenhofen ausgeschlossen wird, tatsächlich keine Berücksichtigung findet. „Wir haben ja vor dem Münchner Verwaltungsgericht acht kleine Änderungen des ursprünglichen Genehmigungsbescheids durch das Luftamt Süd erreicht. Deshalb gilt unserer Meinung nach als genehmigt erst das Datum nach diesem Gerichturteil“, betonte Ulrich. 

Wie berichtet, hatte das Verwaltungsgericht festgestellt, dass zum Genehmigungszeitpunkt im Landesentwicklungsprogramm der Geschäftsreiseflugverkehr in Oberpfaffenhofen ausdrücklich gewollt war und eine Änderung dieses Passus erst danach erfolgte. „Sollten unsere Bemühungen auf politischer Ebene tatsächlich für den Mülleimer gewesen sein?“, fragte Ulrich. „Wir müssen nach wie vor wachsam sein, denn wir wissen nicht, wie sich der Flughafen weiter entwickelt.“

Bisher wurden rund 85.000 Euro für den aktuellen Rechtsstreit seitens des Vereins ausgegeben. Für den Schritt vor das Bundesverwaltungsgericht rechnet Held noch einmal mit 20.000 Euro Ausgaben. Das Vermögen des Vereins gab er mit derzeit 93.000 Euro an.  pop

Meistgelesene Artikel

Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Tutzing – Zu ganz besonderen Anlässen kann die Gemeinde Tutzing die ansonsten verpachtete Kustermann-Villa für eigene Veranstaltungen nutzen - und so …
Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Das Bild Tutzings erhalten

Tutzing – An zwei besonders sensiblen Stellen des Gemeindegebiets bringt die Gemeinde Tutzing nun ihre Planungsziele verstärkt zum Ausdruck: So wird …
Das Bild Tutzings erhalten

Vor dem Spaß wurde aufgeräumt

Weßling – Wenn die Temperaturen in den Minusbereich rutschen, bricht bei so manch einem Weßlinger nervöse Vorfreude aus. Dann bringt er oder sie …
Vor dem Spaß wurde aufgeräumt

Kommentare