Sonnenlicht macht sich bezahlt

Rund 250.000 Euro Kapital mussten für die Errichtung der ersten Kraillinger Bürgersolaranlage auf dem Dach des Bauhofs gesammelt werden. Kein Problem: Innerhalb von nur drei Tagen waren die 160 Anteile verkauft. Das Dach wurde kostenlos zur Verfügung gestellt. Mitte September ging die Anlage in Betrieb.

Über sechs Wechselrichter auf dem Dachboden speisen Solarzellen auf dem rund 560 Quadratmeter großen Dach pro Stunde 2.500 KWh Strom ins E.ON-Netz, pro Jahr runde 60.000 KWh. Dafür werden die Betreiber der Solaranlage, zu einem für die nächsten 20 Jahre vertraglich festgelegten Abnahmepreis von E.ON zirka 25.000 Euro im Jahr kassieren. „Die Investition hat sich also nach etwa zehn Jahren bereits amortisiert, die Anleger können mit einer Rendite von rund sechs Prozent rechnen“, erklärt Harald Zipfel, Geschäftsführer des Würmtaler Energieparks bei der offiziellen Vorstellung des Solarprojekts, „eine ökologisch sinnvolle und vor allem sichere Geldanlage“. Bürgermeisterin Christine Borst freut sich vor allem, dass jeder zweite der 23 Investoren ein Kraillinger ist. Da die Nachfrage so groß ist und bereits weitere Interessenten auf der Warteliste des Würmtaler Energieparks stehen, will die Gemeinde Krailling das Dach der Hauptschule kostenlos für eine weitere Solaranlage zur Verfügung stellen. „Es wird gerade untersucht, ob es sich technisch dafür eignet“, so Borst. Andere passende Dächer habe die Gemeinde leider nicht. Dabei geht es ihr nicht nur ums Geld. „Wir wollen als Gemeinde auch unseren Beitrag zur Energiewende im Würmtal leisten.“ Der Strom, den die Solaranlage im Bauhof produziert, entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 60 Personen. „Im Vergleich zu herkömmlicher Stromerzeugung ersparen wir der Umwelt damit rund 30.000 kg CO2-Emission“, betont Borst. Am 16. Oktober treffen sich alle an der Solaranlage Beteiligten zum großen „Einspeisefest“. Sie werden strahlen, egal, ob die Sonne an diesem Tag scheint oder nicht.

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