Sorge wegen mehr Strahlenbelastung

Gründeten eine Bürgerinitiative gegen weitere Funkmasten in Herrsching: (v.l.) Frank Burghardt, Friedrich Schweyer, Thomas Breiding, Anna-Katharina Lübeck, Birgitta Schäfer, Michael Bauer und Ingrid Kling. Foto: Kirner

Erneut sorgt in Herrsching das Thema Mobilfunk für Unruhe. Um das vor Jahren im Gemeinderat beschlossene Mobilfunk-Konzept zu stützen, ist am Helcon-Weiher ein 40 Meter hoher Mobilfunkmast geplant. Unterschriften sollen das Projekt verhindern.

Mit einer Rundmail luden Anna-Katharina Lübeck und Julia von Heinz kürzlich zu einer Krisensitzung ein. Der neue Mobilfunkmast wäre eine zusätzliche Strahlenbelastung mit entsprechenden gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen, appellierten sie an Mitstreiter, den Protest zu unterstützen. Außer gesundheitlicher Schäden befürchten Anwohner einen Werteverlust bei Immobilien und Mietminderungen für Wohnraum. Die Gemeinde Herrsching wollte ursprünglich unter Bür- germeisterin Christine Hollacher (BHG) mit gutem Beispiel voran gehen. Um einen Antennen-Wildwuchs zu verhindern, wurde 2003 ein aufwändiger Mobilfunk-Bebauungsplan in Angriff genommen. Insgesamt sind elf Standorte notwendig, um eine optimale Versorgung, so, wie sie vom Gesetzgeber gefordert wird, zu gewährleisten. Noch vor der Sitzung verteilte Hollacher ein Mail, in dem sie um Besonnenheit bat. Noch ist der Plan nicht verabschiedet, erklärte sie. Der neue Mast aber wäre nur vorübergehend eine zusätzliche Belastung, da geplant ist, so Hollacher, keine neuen Antennen mehr zuzulassen und alte Standort innerhalb einer Wohnbebauung zurück zu bauen. Im Übrigen erinnerte sie daran, dass laut Umweltinstitut München, „also einer Organisation, der man wohl unterstellen darf, dass sie die Minimierung der Strahlenbelastung zum Ziel hat“, die Strahlenbelastung auf den Grundstücken der Initiatoren des Protests „mit Sicherheit weniger als zehn Prozent dessen sein wird, was derzeit den Kindern im Hort und Kindergarten oder den Senioren im Andechser Hof oder den Patienten der Schindlbeck-Klinik zugemutet wird“. Ein Hinweis, der die Anwohner empörte. „Es sind auch unsere Kinder, die dort in den Kindergarten gehen. Da besteht kein Anlass, unser Anliegen gegen die Gesundheit der Kinder ausspielen zu wollen.“ Zu der Krisensitzung eingeladen war auch der Biowissenschaftler Ulrich Warnke von der Kompetenzinitiativ „Ärzte und Mobilfunk“. Er bezeichnete grundsätzlich Masten bis zu 40 Metern Höhe als rückständig. München gehe da mit gutem Beispiel voran, erklärte Warnke. Dort hätten kleine, zum Beispiel auf Ampelanlagen installierte Antennen, eine größere Wirkung, jedoch mit weit weniger Gesundheitsgefährdenden Folgen. Die gegründete Initiative will nun Unterschriften sammeln und so den Funkmast am Helcon-Weiher verhindern.

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