Der Stadt fehlt das Geld

Die Errichtung einer Ampel an der viel befahrenen Kreuzung Hanfelder/Oßwaldstraße erweist sich als Weg mit Hindernissen. Foto: Jaksch

Fußgänger müssen sich wohl auch die nächsten zwölf Monate, beim Versuch die viel befahrene Kreuzung Hanfelderstraße/Oßwaldstraße in Höhe des Klinikums Starnberg zu überqueren, weiterhin „wie Hasen jagen“ lassen. Eigentlich soll dort ja provisorisch eine Ampel zum Test aufgestellt werden – doch das kostet: Nämlich 27.000 Euro. Geld, dass die Stadt momentan nicht hat und deswegen den Vollampel-Probebetrieb auf 2012 verschoben hat.

Der Versuch, eine Ampel an der Kreuzung Hanfelder/Oßwald/Waldschmidtstraße zu installieren, ist nicht neu – erweist sich aber schwieriger als gedacht. Seit fast fünf Jahren macht sich der Seniorenbeirat gemeinsam mit Tim Weidner von der SPD Starnberg für den Bau einer Überquerungshilfe stark. Ein Wunsch, dem die Stadträte nach anfänglichem Zögern gerne schnell nachgekommen wären – wären da nicht die Mühlen der Bürokratie. Erst lehnten Landratsamt und Straßenbauamt ab – letztere Behörde mit der Begründung „zu wenig querende Fußgänger“. Dann einigten sich Stadt und Kreisbehörde, wenigstens eine zeitlich befristete Bedarfsampel zu installieren (springt nur auf Knopfdruck an) - doch es tauchten verkehrstechnische Probleme auf. Denn die ins Auge gefasste Bedarfsampel, die nur an der Hanfelderstraße stehen sollte, müsste ein ganzes Stück unterhalb der Kreuzung errichtet werden. Grund: Da es bei dieser Ampel-Variante keine Signale in den Seitenstraßen gibt, schreiben die Verkehrsbehörden aus Sicherheitsgründen einen ausreichenden großen Abstand zur Kreuzung vor. Folge: Die Stadt entschied sich dann doch letztendlich für eine Vollbeampelung mit Signalen in allen Kreuzungsstraßen – und fiel damit plötzlich auch beim Landratsamt durch. Aber auch die erneut ins Auge gefasste Bedarfsampel funktioniert technisch nicht mehr: Dort liegen Leitungen im Boden. Eine Verlegung würde Unsummen von Geld kosten. Nach der ganzen Verwirrung um die Art der Ampel steht nun fest: Es soll eine Vollbeampelung zur Probe kommen – aber „intelligent“ muss sie sein. Was heißt: Fragen müssen geklärt werden, wie „wann hat wer Grün“ oder „welche Takte sind nötig, dass es nicht zu langen Staus kommt“? Wenn die Untere Verkehrsbehörde jetzt noch zustimmt – weil die Hanfelderstraße eine Staatsstraße ist, kann die Stadt nicht alleine entscheiden – steht dem Bau einer Vollampel für eine Testphase von sechs Monaten nichts mehr im Wege. Sollte sie sich bewähren, kommen auf die Stadt noch einmal Kosten in Höhe von 150.000 Euro zu für eine fest installierte Anlage mit Induktionsschleifen. Dieser Vorgehensweise konnten alle Mitglieder des Starnberger Hauptausschusses zustimmen. Auch wenn so mancher der Stadträte anfangs nicht begeistert war und befürchtete, dass schwere Lkws im Winter auf der abschüssigen Straße nicht rechtzeitig vor der Ampel bremsen können oder in der Gegenrichtung beim Anfahren „hängen“ bleiben.

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