Stadt soll gestaltend eingreifen

Im Vorfeld der Entscheidung des Starnberger Bauausschusses plädiert die 1996 als Verein gegründete „Bürgerinitiative zur Erhaltung und Verbesserung der stadteigenen Grünflächen in Starnberg“ für die Wiederherstellung der öffentlichen Freiräume in der Blumensiedlung. Am morgigen Donnerstag muss der Bauausschuss entscheiden, ob er die inzwischen im dortigen Grüngürtel wild gewachsenen Bäume erhalten oder fällen will, um so wieder die einst bewusst geschaffene Fernsicht auf See und Gebirge zu ermöglichen.

Die beiden Vereinsmitglieder Klaus Ferstl und Georg Stahl fühlen sich dem Erhalt des Grünzuges verpflichtet. Leider sei der parkartige Charakter entlang der Blumenstraße weitgehend verloren gegangen – insbesondere durch die Überlassung der öffentlichen Grünflächen an Anlieger und deren Einzäunung am Straßenrand. Auch seien im Bereich der Sichtachse auf See und Gebirge „Bäume gewachsen, die dort nicht hätten gepflanzt werden dürfen“. Zudem herrsche Wildwuchs wegen unterlassener Pflege. Um den Charakter der als Gartenstadt geplanten Siedlung wieder her zu stellen, fordert der Verein die Stadt auf, „gestaltend“ einzugreifen. Dabei sieht er es als unvermeidlich an, dass Bäume gefällt werden müssen. „Die Baumschutzverordnung kann hier nicht zur Alibi-Funktion für jahrelanges Versäumnis von Unterhalts- und Pflegemaßnahmen und für das ‘laissez-faire’ sein. Die Gestaltung von Freiräumen muss Oberziel in der Stadt sein“, betonte Klaus Ferstl, der mit seiner Forderung nicht alleine da steht. Auch im Leitbild der lokalen Agenda 21 hat die Entwicklung von städtischen Grünzügen und deren Verbindung mit der freien Landschaft eine besondere Bedeutung. Am höchsten Punkt der Blumen-Siedlung – dem so genannten Feldherrenhügel – wurden in der vergangenen Woche bereits Fichten gefällt. Zu recht wie Georg Stahl findet. Denn der „Feldherrenhügel“ sei ein natürlicher, attraktiver Aussichtspunkt auf den See und der Ausblick in die Ferne verleihe dem sich dort befindenden Kinderspielplatz ein Alleinstellungsmerkmal. „Nur von wenigen Punkten der Stadt hat man heute noch einen freien Blick“, so Stahl. Viele Blickachsen seien über die Jahrzehnte weitgehend zugewachsen wie am Schlossberg, an der Wilhelmshöhenstraße oder bei der Kirche in Percha, bedauert er. Dass es auf dem Kopfgrundstück der Blumensiedlung keine Bebauung gibt, verbucht der Verein als einen seiner Erfolge. Des weiteren hat er verhindert, dass am Hochwald öffentliche Flächen zu Bauland wurden und die Blumensiedlung „über Gebühr“ verdichtet wurde.

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