Geld für Condrobs

Landkreis unterstützt Condrobs weiter

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Suchtmittel Nummer eins ist der Alkohol, vor allem bei Jugendlichen wächst der Missbrauch.

Landkreis – Die Arbeit der Sucht-Berater von Condrobs ist im Landkreis Starnberg nicht mehr wegzudenken. Wird sie auch weiter vom Landkreis Starnberg unterstützt?

Seit der Kreistag 1992 den Beschluss fasste, präventiv und begleitend aktiv zu werden, ist der Verein stetig gewachsen, zuletzt folgte im April 2011 der Umzug in die heutigen Räume an der Hauptstraße 22.

Alle fünf Jahre steht eine Vertragsverlängerung an, die Einrichtungsleiter und Sozial- pädagoge Stefan Wenger vergangene Woche vor dem Kreis-Jugendhilfeausschuss nutzte, um die Arbeit von Condrobs vorzustellen.

Neben der Suchtberatungsstelle in Starnberg und dem Außenbüro in Gilching besteht als erste Anlaufstelle das Café „chillout“ im sogenannten niederschwelligen Bereich. Das Angebot wird seit kurzem durch das neue Projekt Betreutes Wohnen Starnberg und einer Online-Beratung abgerundet. Die Präventionsarbeit in Kindergärten, Schulen und Jugendzentren „ist unser größter Bereich“, schilderte Wenger den Ausschussmitgliedern. Über 1.200 Teilnehmer habe man im vergangenen Jahr bei Aufklärungsveranstaltungen gezählt. Insgesamt 4.270 persönliche, schriftliche oder telefonische Kontakte wurden 2011 von den 14 Condrobs-Mitarbeitern gezählt. 537 Männer und Frauen wurden betreut, davon waren 399 suchtkrank und 138 Angehörige. Bis 27 Jahre alte waren 123 Klienten, was einem Anteil junger Menschen von knapp 23 Prozent ausmacht. Dass die Zahl junger Menschen rückläufig ist, macht Wenger an der gewachsenen und guten Präventionsarbeit fest. Sein Übriges leiste außerdem der demografische Wandel.

Die Alkoholsucht beziehungsweise der -missbrach rangiert im Landkreis an erster Stelle, gefolgt von Cannabis, wie Wenger ausführte. „Wir sprechen aber auch von Medien- oder Esssucht“, erklärte der Pädagoge den Wandel des Suchtbegriffs. Was auch auf die stets steigenden Anforderungen in Schule, Uni und Beruf zurück zu führen sei. „Wir haben bei Studenten einen Anstieg von 40 Prozent, die Antidepressiva oder Aufputschmittel schlucken.“ Vize-Landrat Albert Luppart ist sich sicher, „wir werden im Landkreis immer diese Zahlen haben“. Daher sei die Arbeit von Condrobs, insbesondere die Prävention sehr wichtig. Im Gremium vertrat man die gleiche Ansicht und so votierte der Ausschuss ohne große Debatte, Condrobs auch im nächsten Jahr 190.000 Euro bereit zu stellen. Oliver Puls

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