Abbau von Stele

Verblasste Farben und defekte Anlage

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Starnberg – „Es ist ein ziemlich alter Altfall, den wir zum Abschluss bringen sollten”, sagte Starnbergs Bürgermeisterin Eva John. So hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss am vergangenen Montag mit der am Seespitz befindlichen Stele „Phönix” der Künstlerin Hannelore Jüterbock auseinanderzusetzen und entschied sich einstimmig für einen Abbau.

Der Grund: hohe Investitionskosten und eine mittlerweile fehlende Baugenehmigung. Seit Juni 2005 - damals im Rahmen der BUGA-Aktion „München in der Region“ vom Hauptausschuss beschlossen - steht die Stele im Starnberger See am Seespitz. Ende 2005 hatte die Stadt Starnberg die Stele für 30.000 Euro gekauft; finanziert zur Hälfte aus dem Kulturfonds der Kreissparkasse. Als im Dezember der See zuzufrieren drohte, mussten die unteren Platten demontiert werden und konnten erst im darauffolgenden Frühjahr wieder angebracht werden. Drei Jahre später wurden die Platten dann erstmals gereinigt, die Farbe war jedoch bereits verblasst. Wiederum ein Jahr später wurden die Platten dann von Jüterbock neu bemalt. Anfang 2011 forderte das Landratsamt von der Stadt einen Antrag zur Verlängerung der befristeten Baugenehmigung. Dafür hätte es jedoch eine erneute statische Berechnung durch den Konstrukteur bedurft, was dieser aber ablehnte, da er sich mit der Künstlerin überworfen hatte. Im November 2014 teilte die Stadtverwaltung der Künstlerin schließlich mit, dass der „Phönix“ abgebaut werden müsse. Jüterbocks Ziel hingegen ist es, dass ihr Kunstwerk restauriert wird und an seinem Standort verbleibt. 

Stand der Dinge ist nun, dass nicht nur die baurechtliche Genehmigung fehlt, sondern auch die Gestattung der Schlösser- und Seenverwaltung zum 31. Dezember ausläuft und eine Verlängerung nicht vorgesehen ist. Die Stele ist stark verblasst und die Solaranlage defekt. Wie die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme schreibt, würde die Wiederherstellung mehr als ein Drittel der damaligen Herstellungskosten betragen, was in keinem Verhältnis zur Bedeutung des Kunstwerks für die Stadt stehe. Aufgrund dieser Sach- und Rechtslage und auch, um einer etwaigen Beseitigungsanordnung zu entgehen, stimmte der Hauptausschuss einstimmig dafür, den „Phönix“ zu demontieren und an Jüterbock zurückzugeben. Da die Künstlerin derzeit in Südfrankreich weilt, wird die Stele in der Zwischenzeit wohl fachgerecht im Bauhof eingelagert. sb

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