Starnberger See

Promenade bleibt, wie sie ist

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Starnberg – Einstimmig votierte der Projektausschuss Bahnhof See Mitte März dafür, Verbesserungsvorschläge samt Kostenschätzung für die Starnberger Seepromenade von der Verwaltung erarbeiten zu lassen. Die nun in der Sitzung am vergangenen Dienstag vorgelegten Maßnahmen in der Beschlussvorlage fanden jedoch allesamt keine Mehrheit.

Lediglich was die Begrünung des Zauns an den Bahngleisen anbelangt, war sich das Gremium einig. Sie wurde mit 13:0 abgelehnt, da die Kosten in Höhe von 120.000 Euro in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Es bleibt somit vorerst alles so, wie es ist. Für den Nahbereich der Unterführung hatte das Bauamt zwei Möglichkeiten erarbeitet: zum einen den Bau neuer Sitznischen mit schmalen Formhecken für rund 30.000 Euro und zum anderen den Bau einer neuen Sitzinsel für rund 45.000 Euro. Beide hatten das Ziel „Freier Blick auf den See“. Unterschiede gab es optischer Natur und, dass für die zweite Variante zwei bestehende Linden hätten gefällt werden müssen. Rund 120.000 Euro würden für Erneuerung und Begrünung der Zaunanlage zu Buche schlagen, was dem Projektausschuss zu teuer war und deshalb abgelehnt wurde. Und etwa 15.000 Euro würden neue Fahrradabstellflächen neben dem südlichen Kiosk kosten. Hinzu kämen hier noch mögliche Kosten in Höhe von 5.000 Euro für eventuelle Entsorgung belasteten Aushubmaterials. Alle Maßnahmen könnten nach Auskunft von Bürgermeisterin Eva John heuer noch durchgeführt werden. Aber soweit wird es voerst nicht kommen. Für den Bau neuer Sitzinseln konnte sich das Gremium kaum erwärmen und lehnte mit 11:2 Stimmen ab. Deutlich knapper war die Entscheidung mit 7:6 gegen den Bau neuer Sitznischen mit schmalen Formhecken. Den meisten Räten waren die vorgeschlagenen Maßnahmen schlicht zu teuer. „Mir ist das zuviel Geld und außerdem wäre es so, als ob wir das Pferd von hinten aufzäumen würden“, monierte Annette von Czettritz (Grüne). Stefan Frey (CSU) warnte davor, „aus der Seepromenade den Bahnhofsvorplatz zu machen.“ Vor allem der geplante Fahrradständer würde die Menschen ja geradewegs dazu „animieren, auf der Promenade zu radeln“. Er mahnte zudem an, dass sich der Ausschuss auf seine „eigentliche Aufgabe „konzentrieren solle und „nicht um Sitzecken hier oder da diskutieren und viel Geld ausgeben soll“. Angelika Kammerl (DPF) fragte sich ebenfalls, „warum wir zigtausende Euro jetzt hernehmen sollen, wenn die Seepromenade überplant werden soll.“ Unnötig empfand sie auch die vorgeschlagenen Fahrradständer. „Der Bahnhof ist sehr nah und dort ist genug Platz für Fahrräder“, so Kammerl. Kein Verständnis für die Ablehnung seiner Ratskollegen hatte Josef Pfister (BMS). „Wir reden seit Jahren darüber und nichts passiert. Jetzt nimmt man mal 50.000 Euro in die Hand und dann heißt es plötzlich, wir warten lieber auf die große Entscheidung“, sagte Pfister und appellierte an den Ausschuss: „Lasst uns vom politischen Verschiebebahnhof zum Bahnhof See zurückkehren.“ Sein Appell verpuffte jedoch. Abgelehnt wurde bei der Abstimmung im Übrigen mit 7:6 Stimmen auch der Vorschlag, ein Plangutachten für den Breich Seespitz, Schifffahrtsanlegestelle und Bootshütten in Auftrag zu geben. S. Berger

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