Aktion Knochenmarkspende Bayern

Zahlreiche Leben gerettet

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Gauting – „Alle 45 Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die Diagnose ‘Leukämie’. Es kann uns letztlich alle treffen“, so Barbara Stamm.

Die Präsidentin des Bayerischen Landtags verwies am vergangenen Montag auf diese nachdenklich stimmende hohe Zahl in ihrer Funktion als Schirmherrin der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB). Deren Vorsitzender Hans Knabe hatte unter anderem Politiker, Spender, Betroffene und Ehrenamtliche ins Gautinger Rathaus zu einer Feierstunde geladen. Der Anlass: Mit Simone Jäger stand dieser Tage die 3.000 Stammzellenspenderin seit Gründung der AKB im Jahr 1997 fest. „Dass wir gemeinsam die 3.000 Spende feiern können, ist etwas ganz besonderes“, hob Stamm in ihrem Grußwort hervor und legte weitere beeindruckende Zahlen nach: So betreut die AKB mittlerweile bayernweit über 270.000 Spender und nimmt als Datenbank weltweit den 15. Platz ein. „Das ist großartig“, so Stamm. Zum Vergleich: In ganz Österreich sind gerade einmal 60.000 Spender registriert. Allein in diesem Jahr konnte die AKB weltweit über 300 Spender vermitteln. „Es ist ja wie die Nadel im Heuhaufen. Oft wird diese Nadel aber gefunden und das ist dann das Wunder“, betonte Stamm und appellierte: „Je mehr Menschen sich eine Spende abnehmen lassen, desto mehr wachsen die Chancen.“ Ihren Dank an die Arbeit der Ehrenamtlichen und die zahlreichen bereits registrierten Spender brachte sie mit einem Zitat des deutschen Dichters Jean Paul zum Ausdruck: „Das größte unzerstörbare Wunder ist der Menschenglaube an Wunder.“ Eine besondere Überraschung für AKB-Gründer Hans Knabe gab es im Übrigen auch seitens seiner Mitarbeiter. So hatte Maria de los Angeles Cuba keine Mühen gescheut und die allererste Stammzellenspenderin der AKB ausfindig gemacht: Anette Heinzelmann. 

Ein Mann der ersten AKB-Stunde ist auch Werner Pfannes. Damals noch Student stand er Hans Knabe, zu dieser Zeit Arzt am Klinikum Großhadern, von Beginn an zur Seite. „Ich bin bewegt und auch stolz, dass ich einer der ersten Mitarbeiter war“, so Pfannes, der den AKB-Gründer damit bestens kennt. „Er war immer mutig, unerschrocken und zielstrebig.“ Basiert habe der Mut vor allem auf der großen Unterstützung, die man von Anfang an seitens der Politik und der Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung erfahren habe. Knabe zeigte sich sichtlich überrascht und erfreut von der Begegnung mit seinem früheren Weggefährten und der ersten Spenderin, Anette Heinzelmann. „Ich wusste von nichts!“ Passend zur musikalischen Umrahmung der Feierstunde durch Blech-und Alphornbläser des Kempfenhausener Gymnasiums verglich Knabe die Arbeit der AKB mit einem Orchester. „Wir sind der Dirigent, der alles unter einen Hut bringt wie die Spender, Geld und die Spendenaktionen.“ Rund 30 Millionen Euro seien seit der Gründung an Spendegeldern gesammelt und verbraucht worden. „Wir sind mittlerweile eine hochprofessionelle Einrichtung geworden, was der Gesetzgeber ja auch verlangt. Und wir haben sehr erfahrene und gut ausgebildete Mitarbeiter“, so Knabe. Dass der Landkreis stolz sei, eine solche Einrichtung hier ansässig zu haben betonte auch Landrat Karl Roth und versprach: „Wenn wir etwas tun können, dann sind wir auch bereit dazu.“ Als erstes Zeichen hatte er denn auch einen „kleinen Scheck von der Sparkasse“ mit dabei. Private Einblicke gaben die beiden Bürgermeisterinnen Brigitte Kössinger und Eva John. So erzählte die Gautinger Rathauschefin von einem Bekannten, der in jungen Jahren an Leukämie erkrankt sei und Dank einer Stammzellenspende gerettet werden konnte. „Dadurch konnte er später seine Kinder aufwachsen sehen,“ freute sich Kössinger. Ihre Starnberger Amtskollegin Eva John hat sich selbst vor einigen Jahren bei einer Aktion in Tutzing registrieren lassen. „Ich weiß, dass man dadurch nicht automatisch Spender wird, aber es ist gut zu wissen, dass die Möglichkeit besteht zu helfen.“ Mehr Informationen zur AKB (Spendenkonto, Spendenaktionen etc.) auch im Internet unter www.akb-germany.de. Stefan Berger

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