Straßensanierung

Billig-Lösung den Bürgern zuliebe

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Inning – Er ist zu schmal, teilweise kaputt und nicht begehbar: Die Rede ist vom Gehsteig in der Inninger Reihenstraße.

Diese stand jüngst auf der Tagesordnung der Gemeinderäte, an der ganz zu Anfang ein Anwohner der Herrschinger Straße den Antrag stellte, die Gehwege der Staatsstraße nicht zu erneuern. Vorsorglich aus Kostengründen: Gemäß der Erschließungsbeitragssatzung schultern nämlich die Anlieger 80 Prozent der Kosten. In Anbetracht der Lärmsituation, der die Bewohner der Staatsstraße ausgesetzt sind, sah der Inninger Gemeinderat das nicht ein. Dem Antrag konnte freilich in dieser Form nicht stattgegeben werden – und unter TOP 13 führte genau dieses Thema zu anhaltenden Diskussionen im Gremium: Soll eine Bürgerbeteiligung die Entscheidung bringen, ob der Gehweg in der Reihenstraße oberflächlich für wenig, oder ausführlich und verbreitert für viel Geld saniert wird. Letzteres käme auf grob geschätzte 119.000 Euro – und dabei würden die Anwohner kräftig zur Kasse gebeten werden. Angelika Wenisch (SPD) hatte den Zustand des ein Meter breiten Fußweges mit ihren Tageskindern getestet. Dabei nahm der Kinderwagen die gesamte Breite ein. Die anderen Kleinen mussten entweder vorne oder hinten gehen. „Und die auf dem Gehsteig vor der Garage parkenden Autos mussten wir auf der Straße umgehen.“ Was macht da ein Rollstuhl- oder Rollatorfahrer, wollte sie wissen. Ihre Idee, den Gehsteig auf gleiche Ebene der Fahrbahn zu setzen und farblich zu markieren griff Vizebürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka (FWG) auf und sprach sich für einen verkehrsberuhigten Bereich aus, in dem alle Straßennutzer gleichberechtigt sind. Jürgen Hatz (BIZ) fand das eine „super Idee“ und erinnerte an Bestrebungen der Inklusion. „Schließlich führt die Straße direkt an der Nachbarschaftshilfe und dem betreuten Wohnen vorbei.“ Parteifreundin Katrin Nicolodi schlug die sogenannte Weilheimer Kante vor, also einen abgeschrägten Bordstein. „Dann müsste der Gehweg Autos und LKWs tragen“, ermahnte Bürgermeister Walter Bleimaier. „Eine teure Geschichte.“ Und wenn diese Variante dann ebenfalls den Bürgern vorgelegt werden müsste, dann „haben wir mehr Planungskosten als der Ausbau kostet“. Von einer Bürgerbeteiligung hielt Thomas Bauer „gar nichts“. „Wir haben eine Verkehrssicherungspflicht, der wir nachkommen müssen“, betonte der CSU-Mann und plädierte für eine Bestandssanierung. Dabei erhielt er Schützenhilfe von Johann Ritzer (FBB). „Das ist ein Sonderfall, denn die Fahrbahn ist in Top-Zustand. Ich bin dafür, dass erst, wenn zum Beispiel in 15 Jahren die Straße fällig ist, der Gehweg komplett mitgemacht wird.“ Ansonsten liefe man Gefahr, im Zuge der Baumaßnahmen den erneuerten Gehsteig zu beschädigen. Am Ende entschied das Gremium mit 9:7 Stimmen vorerst lediglich den Gehbahnbelag für rund 11.503 Euro zu erneuern. Die Kosten trägt zu 100 Prozent die Gemeinde. M. Kirner

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