Streetworkerin

Das Wagnis ist geglückt

+

Gilching – Es sollte ein Versuch sein, durch den Einsatz einer Streeworkerin die Jugendkriminalität in Gilching in den Griff zu bekommen. Das Wagnis ist geglückt.

Aus einem sozialen Brennpunkt ist mittlerweile eine Vorzeigekommune geworden. Heute können sich Streetworkerin Elke Leicht-Krohn und ihr ehrenamtlicher Mitarbeiter Günter Rappold voll der Prävention widmen. Vor sechs Jahren hat Elke Leicht-Krohn als Streetworkerin begonnen, gestrauchelte Jugendliche unter ihre Fittiche zu nehmen. „Die Einstellung der Sozialpädagogin war eine der besten Entscheidungen des Gemeinderats und ist für unsere Gemeinde ein Glücksfall“, betont Gilchings Bürgermeister Manfred Walter. Gab es früher mindestens einmal die Woche einen Einsatz der Germeringer Polizei, weil sich Jugendliche einer Straftat schuldig gemacht hatten, sei es mittlerweile sehr ruhig geworden. Walter: „Sie leistet hervorragende Arbeit und hat auch ein gut funktionierendes Netzwerk mit ins Leben gerufen.“ Doch nicht nur das. Die 50-Jährige hat seit 2012 in Günter Rappold einen erfahrenen Mitarbeiter auf ehrenamtlicher Basis gefunden. „Wir ergänzen uns hervorragend. Günter berät die Jugendlichen speziell dann, wenn es um rechtlichen Fragen oder um die Auslegung eines komplizierten Behördenschreibens geht“, erklärt Leicht-Krohn. Erfahrungen bringt der 71-Jährige als langjähriger Abteilungsleiter der Justizvollzugsanstalt Rothenfeld mit. „Da wir es gelegentlich mit ehemaligen straffällig gewordenen Jugendlichen zu tun haben, kann ich immer wieder mal aus meiner Praxis berichten und entsprechend beraten“, sagt Rappold. Ansonsten sind beide im Bereich der Prävention aktiv. „Es ist tatsächlich sehr ruhig geworden, was Polizeieinsätze betrifft“, freut sich Leicht-Krohn. „Zuletzt mussten wir vor zwei Jahren wegen eines Vorfalls vor Gericht. Seither ist nichts mehr passiert.“ Sie führt dies aber auch auf eine „optimale Zusammenarbeit mit allen an der Jugendarbeit interessierten Organisationen“ und an den regelmäßig stattfindenden Runden Tischen zurück. Insbesondere eine enge Zusammenarbeit mit der Mittelschule zeigt Erfolge, betont die Sozialpädagogin. „Früher waren es Schulabbrecher, die keine Lehrstelle fanden und deshalb auch oft Probleme machten. Heute gibt es einfach keine Jugendlichen mehr ohne einen Schulabschluss, weil sie durch ein funktionierendes Netzwerk im Vorfeld aufgefangen werden. Wir sind auch die einzige Kommune im Landkreis mit einer Streetworkerin und einem Abenteuerspielplatz, der ebenfalls gut frequentiert ist.“ Geöffnet ist der Treffpunkt in der Alten Villa jeweils am Montag von 16 bis 20 Uhr und nach Absprache. pop

Meistgelesene Artikel

Vor dem Spaß wurde aufgeräumt

Weßling – Wenn die Temperaturen in den Minusbereich rutschen, bricht bei so manch einem Weßlinger nervöse Vorfreude aus. Dann bringt er oder sie …
Vor dem Spaß wurde aufgeräumt

Die letzte Fahrt wird teuer

Stegen – Die MS Utting geht in München vor Anker: Das 1950 gebaute Passagierschiff kaufte ein Münchner Veranstalter. Ersetzt wird das Schiff im …
Die letzte Fahrt wird teuer

Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Tutzing – Zu ganz besonderen Anlässen kann die Gemeinde Tutzing die ansonsten verpachtete Kustermann-Villa für eigene Veranstaltungen nutzen - und so …
Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Kommentare