Stürmische Debatte um Windkraft

Den Landschaftsschutz zu Grabe getragen: Windkraft-Gegner demonstrierten vor dem Sitzungssaal. Drinnen wurde die Frage diskutiert, wie umweltfreundliche Energiegewinnung geht.

Außergewöhnlicher Empfang: Rund 80 Demonstranten standen am vergangenen Montagmorgen vor dem Starnberger Landratsamt Spalier, um die Kreisräte dann in Trauerkleidung und schwarzen Zylindern sowie mit Transparenten, Grablichtern und einem Sarg ihre Ablehnung der geplanten Windräder kund zu tun. Mit dem Sarg trugen sie wenig später symbolisch die Landschaftsschutzgebiete zu Grabe. Drinnen im Sitzungssaal verabschiedeten nach dreistündiger Debatte die Kreispolitiker schließlich die entsprechenden Änderungen für die Landschaftsschutzgebiete Würmtal, Kreuzlinger Forst und den westlichen Teil des Landkreises Starnberg.

Zuvor gestattete Landrat Karl Roth zwei Vertretern der Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen vor der Versammlung noch einmal ihre ablehnenden Argumente vorzutragen. Franz Pentenrieder von „gegenwind-starnberg“ kritisierte das Vorgehen der Kreispolitiker als den „falschen Weg“. Wenn man das Klima retten wolle, müsse man Bäume pflanzen und nicht für Windräder roden. „Sie tragen nicht die Verantwortung für die Eisbären in der Arktis, sondern für die Bürger dieses Landkreises“, sagte Pentenrieder, der vor allem mit der Stadt München und deren Stadtwerke hart ins Gericht ging. „Damit München Ökohauptstadt wird, sollen wir die Windräder bekommen.“ An dem Nutzen der Windkraft zweifelte auch Josef Huber (CSU), der sich einen anderen alternativen Energiemix vorstellt. Seinen Mitstreitern Helmut Wagner und Max Stürzer ging es in erster Linie um das Landschaftsbild. Baujuristin Christiane Rölz verdeutlichte abermals Sinn und Zweck der Teilflächennutzungspläne „Windkraft“: Nach der Privilegierung der Windkraftanlagen durch die Bundesregierung benötigen die Gemeinden ein Steuerungsinstrument und dafür treffe der Kreistag die Festsetzungen der Schutzbestände. Auch lehnte sie eine komplette Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet ab. FDP-Kreisrätin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger betonte: „Es gibt für jede einzelne Anlage ein Einzelgenehmigungsverfahren“. Der Bebauungsplan gebe lediglich Auskunft darüber, ob man an einer bestimmten Stelle ein Windrad errichten dürfe oder nicht. „Ich bin traurig darüber, dass es uns Kommunalpolitikern nicht gelungen ist, die Bürger von der Windkraft zu überzeugen“, bedauerte Rupert Monn (CSU) und brachte wenig später die Stimmung im Kreistag auf den Punkt: „Gleichzeitig sehe ich das alternativlos.“

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