Tendenz für 2009 nicht gut

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Starnberg (Berg, Feldafing,Pöcking,Stadt Starnberg, Tutzing) mit 1.687 Kollisionen gegenüber der Statistik von vor zwei Jahren um etwas mehr als fünf Prozent zurück gegangen. Ebenfalls positiv: Es gab weniger Verletzte und Tote als im Vorjahr. Die Tendenz für das laufende Jahr verheißt jedoch nichts Gutes: Wie der Starnberger Polizeichef Norbert Reller bei einer erstmals vor Tutzinger Gymnasiasten stattfindenden Pressekonferenz zur Unfallstatistik 2008 mitteilte, sind die Unfallzahlen bereits jetzt extrem nach oben geschnellt. Er vermutet als Grund den langen Winter.

Insgesamt ereigneten sich im Bereich der PI Starnberg 1.687 Unfälle. Bei 964 Kollisionen handelt es sich um Kleinunfälle (Verkehrsunfälle mit geringfügiger Ordnungswidrigkeit) und 723 qualifizierte Verkehrsunfälle. Dabei gab es 232 Verletzte und zwei Tote (2007: vier Tote). Wie Verkehrsexperte Johannes Bauer erklärte, ereigneten sich beide tödlichen Unfälle außerorts – der eine auf der Bundesstraße B 2 sowie der andere auf der Kreisstraße 3 bei Mamhofen. Der Polizeihauptkommissar hat ermittelt, dass die meisten Unfälle am Mittwoch passierten (285 Unfälle mit 33 Verletzten) sowie in der Zeit zwischen 12 und 13 Uhr (140 Unfälle mit 33 Verletzten). Häufigste Ursache (26,83 Prozent) waren Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren. Fehler beim Überholen, Vorbeifahren und falsche Straßenbenutzung folgte mit 13,97 Prozent sowie Nichtbeachten der Vorfahrt (10,93 Prozent) und ungenügender Sicherheitsabstand (4,43 Prozent). Es folgten nicht angepasste beziehungsweise Überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit (3,18 Prozent) und Fahren unter Alkoholeinfluss mit 3,04 Prozent (in den vorliegenden Zahlen sind Ursachen der Kleinunfälle nicht enthalten). Fahren unter Alkoholeinfluss ist zwar statistisch gesehen rückläufig (2008: 22 Unfälle mit zehn Verletzten), aber immer noch zu viel: „Es ist unwahrscheinlich, was hier gesoffen wird und was herumfährt“, sagte Reller. Er führte Beispiele an, bei dem Kontrollierte mit drei bis vier Promille unterwegs gewesen waren. Insgesamt führte die PI Starnberg im vergangenen Jahr 2.138 Alcotests durch, ordnete 102 Blutentnahmen an, stellte 74 Führerscheine sicher und verhinderte 14 Trunkenheitsfahrten. Fast jeder vierte Unfallverursacher machte sich 2008 „aus dem Staub“( 2008: 17 Fälle). Allerdings wurden 41,72 Prozent von der Polizei „erwischt“.

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