Tipps vom Fachmann

Es war die größte Ansammlung gesundheitsschädlicher Amrosie-Pflanzen im Landkreis Starnberg, erklärte Siegfried Schlager. Er hatte am Samstag in Gilching zu einem Infotreffen eingeladen. Mit dabei Laura Stuck aus Breitbrunn. Sie arbeitet derzeit an einer Entwicklungsstudie.

Die so genannte Beifuß-Ambrosie droht in Deutschland zu einem ernst zunehmenden gesundheitlichen Problem zu werden, erklärte Siegfried Schlager, Starnberger Kreisvorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins. Rund 30 Teilnehmer waren zum Infotreff auf ein Feld im Gilchinger Ortsteil Argelsried gekommen. Die Folgen einer Berührung mit den Pflanzen sind Heuschnupfen und Asthma. „Ich habe Asthma und bin deshalb an diesem Thema besonders interessiert“, sagte Laura Stuck. Die Schülerin der 12. Klasse im Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching befasst sich seit Anfang des Jahres intensiv mit dem relativ unscheinbar aussehenden Gewächs. Ziel ist eine Facharbeit, die sie im Januar 2010 fertig haben und dann auch veröffentlichen will. In ihrer Entwicklungsstudie wird sie vom Pflanzenschutzinstitut in Freising und durch Jürgen Ehrhardt, Kreisfachberater im Landratsamt Starnberg, unterstützt. Beratend zur Seite steht außerdem Siegfried Schlager, der Stuck viel Insiderwissen vermittelte. Unter anderem erklärte er, dass sich die Samen der Ambrosie häufig auch im Vogelfutter befinden, auch wenn es den Aufdruck „Ambrosiefrei“ gibt. Das etwas versteckte Feld in Gilching mit etwa 1.000 Pflanzen wurde erst 2008 entdeckt. „Für den Landkreis war diese Größe eine Sensation“, sagte Schlager. Wie lange sich auf dieser Fläche das Gewächs, das eine Lebensdauer von einem Jahr hat, schon ausbreitet, sei unbekannt. „Wir haben sofort damit begonnen, die jungen Pflanzen samt Wurzeln auszureißen. Doch wo sich der Samen schon verteilt hat, wächst die Ambrosie natürlich nach.“ Schlager appelliert nun an alle Gartenbauvereine, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich zu spezialisieren. „Es nützt nichts, wenn Betroffene immer zum Kreisverband geschickt werden. Vor Ort müsste in jedem Verband ein Experte sein, der sich auskennt und Betroffenen zu Hilfe kommt.“ Obwohl die Einladung des Infotreffs am Samstag in erster Linie den heimischen Verbänden galt, waren zwar viele Interessierte, jedoch nur wenige Vereine vertreten. Für die James-Krüss-Grundschule war Monika Craubner gekommen. „Ich werde jetzt sofort zu unserem Schulgarten gehen und nachschauen, ob sich diese Pflanzen dort schon eingenistet haben“, sagte sie. Falls ja, bat Schlager darum, ihn sofort anzurufen, damit er ihr beim Entsorgen hilft. Tipps gibt Schlager in einem Videoclip unter www.kulibu.de.

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