Tropschug folgt Knülle

Generationenwechsel bei der Herrschinger CSU: Der gerade einmal 31 Jahre alte Emanuel Tropschug folgt dem scheidenden Vorsitzenden Gerhard Knülle nach. Knülle, der sich aus Altersgründen nicht mehr für das Amt beworben hat, rührte zuvor kräftig die Werbetrommel für den Immobilienkaufmann: „Wir Älteren haben keine Chance, die Jungen für die Politik zu begeistern.“ Die Basis wählte außerdem mehr Frauen in den Vorstand.

Ganz nach Geschmack von Ministerpräsident Horst Seehofer dürften die Vorstandswahlen bei den Herrschinger Christsozialen verlaufen sein. Neben dem scheidenden Knülle machten ebenfalls Fritz Schweyer (Stellvertreter) sowie Ernst Albert (Schatzmeister) ihre Plätze für Jüngere frei. Petra Wenisch, die bisher als Schriftführerin fungierte und weiterhin gut in ein junges Team gepasst hätte, kandidierte aus beruflichen Gründen nicht mehr. Auch Stefan Feneberg (Stellvertreter) gehört nicht mehr den neuen Verbands-Spitze an. Von der alten Besetzung wurde lediglich Robert Brack in seinem bisherigen Amt als Stellvertreter bestätigt. Der fast Komplett-Wechsel habe laut Gerhard Knülle aber nichts mit schlechter Arbeit des bisherigen Vorstands zu tun. „Die Zukunft kann nur durch die Jungen gestaltet werden“, sagte der scheidende Vorsitzende. Ihnen solle man eine Chance geben, auch vor dem Hintergrund der weit verbreiteten Politikverdrossenheit. „Die Jungen sind nicht unsere Kofferträger.“ In den vergangenen vier Jahren hab die Herrschinger CSU wieder zu alter Geschlossenheit gefunden. Vorbei die Zeiten, der Zerstrittenheit. Dem Vorstand unter seiner Leitung sei es gelungen, dass „die Herrschinger CSU wieder wahrgenommen wird“, sagte Knülle in seinem Rechenschaftsbericht. Ein Indikator dafür seien die Mitgliederzahlen: In den vergangenen Jahren hätten 36 neue Sympathisanten den Weg zur CSU gefunden; heute zählt der Ortsverband 134 Mitglieder. Ohne einer wiedererstarkten CSU wäre es außerdem bei der Kommunalwahl auch nicht gelungen, die ehemalige Bürgermeisterin Christine Hollacher „aus dem Sattel zu heben“, ist sich Knülle sicher. Ebenso komme man heute an der CSU-Gemeinderatsfraktion nicht mehr vorbei. „Ohne uns läuft nichts mehr“, sagte Knülle unter Applaus. Lediglich ein Ziel habe man nicht erreicht: Robert Brack als CSU-Bürgermeister ins Herrschinger Rathaus zu schicken. Als weitere Verdienste des alten Vorstands nannte Knülle unter anderem den Internetauftritt des Ortsverbands, die Wiederbelebung der Partei-Broschüre „CSU-Kontakt“, die Einführung der Herrschinger Kamingespräche und die Unterstützung der Bürgerbegehren gegen die Skateranlage sowie gegen das Parkhauses am Bahnhof. Für sein Engagement bekam Gerhard Knülle nicht nur viel Lob von seinem Vorstandskollegen Fritz Schweyer, sondern auch vom Kreisvorsitzenden Harald Schwab. Dieser bescheinigte ihm, er habe „Übermenschliches“ geleistet und die „CSU wieder zur stärksten Kraft“ in Herrsching gemacht. Der frischgebackene Vorsitzende Emanuel Tropschug ist seit drei Jahren CSU-Mitglied, in Herrsching aufgewachsen und zur Schule gegangen und beruflich bei einer bundesweit agierenden Münchner Hausverwaltung tätig. Im stehen als Stellvertreter Christine Reich, Robert Brack und Konrad Wünsch zur Seite. Letzterer ist im neugewählten Vorstand mit seinen 60 Jahren das Bindeglied zur älteren Parteigängern, während Robert Brack (46) und Christine Reich (35) für den Generationenwechsel stehen. Auch besteht der neue Vorstand aus drei Frauen und drei Männern. Ingrid Seipp ist neue Schatzmeisterin, Schriftführerin wurde Hannelore Doch.

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