"Überraschend leise"

Es gab lautstarke Proteste und Unterschriftensammlungen gegen die neue Asphaltmischanlage im Gilchinger Ortsteil St. Gilgen. Unter anderem wurde mit einer höheren Lärmbelästigung gerechnet. Dem entgegen steht ein Gutachten. Im März wird die Anlage ihren Betrieb aufnehmen.

„Wir sind trotz des Winterwetters gut voran gekommen“, sagte Gottfried Jais jun. auf Anfrage. Neben dem Grundstück der Wertstoffumladestation an der Weßlinger Straße entsteht derzeit die neue Asphaltmischanlage der Firma Jais. Im Gegenzug wird der alte Standort am Talbauernweg aufgelöst und demontiert. Das neue Sozialgebäude mit Umkleidekabinen, Dusche und Toiletten und der Kommandostand, in dem der Mischmeister das Sagen hat, stehen bereits. Seit Anfang Dezember werden nun die zum Teil neu angeschafften technischen Geräte am Talbauernweg abmontiert und in St. Gilgen wieder aufgebaut. Alte Gerätschaften, die nicht mehr den Umweltrichtlinien entsprechen, werden entsorgt. Sichtlich stolz betont Jais, dass durch die „topmoderne“ Produktionsanlage, die einige Millionen Euro gekostet habe, künftig auch Recyclingmaterial beigemischt und verarbeitet werden kann. Geplant ist die Herstellung von 80.000 Tonnen Asphaltmasse im Jahr. Das besondere an der neuen Anlage ist laut Jais, dass sie „überraschend leise“ arbeitet. Der Verkehr konzentriere sich außerdem an 200 Tagen im Jahr auf die Vormittagsstunden. Rechnerisch gesehen macht dies zwei Lastwagen pro Stunde aus. Nach dem kompletten Umzug soll das Gelände am Talbauernweg renaturiert und als Naherholungsgebiet ausgewiesen werden. „Dazu aber sind Gespräche mit der Gemeinde und dem Landratsamt notwendig“, erklärt Jais. Denn noch ist die Fläche als Kiesabbaugebiet bis 2028 genehmigt. „Wir sind offen für alles“, verspricht Jais. Er könne sich aber durchaus wegen der guten Infrastruktur ein Nacherholungsgebiet ähnlich wie am Pucher Meer vorstellen. Mit Café, Biergarten, Spielflächen für Kinder und einem ausreichend großen Parkplatz. Zumal der Baggersee am Talbauernweg bereits seit vielen Jahren im Sommer als beliebtes Ziel von Badegäste heimgesucht wird. „Als Badesee ist er bisher aber nur geduldet, da er im Landschaftsschutzgebiet liegt. Durch die Stilllegung des Kiesabbaus wird er größer und reicht künftig bis zum Talbauernweg“, betont Jais.

Meistgelesene Artikel

Die letzte Fahrt wird teuer

Stegen – Die MS Utting geht in München vor Anker: Das 1950 gebaute Passagierschiff kaufte ein Münchner Veranstalter. Ersetzt wird das Schiff im …
Die letzte Fahrt wird teuer

Vor dem Spaß wurde aufgeräumt

Weßling – Wenn die Temperaturen in den Minusbereich rutschen, bricht bei so manch einem Weßlinger nervöse Vorfreude aus. Dann bringt er oder sie …
Vor dem Spaß wurde aufgeräumt

Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Tutzing – Zu ganz besonderen Anlässen kann die Gemeinde Tutzing die ansonsten verpachtete Kustermann-Villa für eigene Veranstaltungen nutzen - und so …
Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Kommentare