Umgehungsstraße

"Wer Straßen säht, erntet Verkehr"

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Weßling – Die Bürger haben sich für eine Umgehungsstraße ausgesprochen, soviel steht fest. Die Rodungen sollen Mitte Januar beginnen, so heißt es.

Der Bund Naturschutz bäumte sich noch einmal auf und veranstaltete vergangene Woche eine Demo. Die Sonne lockte am Dreikönigstag viele Besucher nach Weßling. Der Spazierweg vom Sportplatz durch den Mischwald war gut besucht und die Hauptstraße gleichzeitig viel befahren. Letzteres Problem soll eine Umgehungsstraße lösen. Die Trasse führt genau durch das beliebte Naherholungsgebiet, das an diesem Tag so rege besucht war. Die Crux: Einerseits spalten die Blechlawinen das Dorf, und andrerseits spaltet die geplante Entlastungsstraße den Spazier- und Radweg von Weßling nach Wörthsee. Um den Menschen das Ausmaß des Eingriffs noch einmal vor Augen zu führen, veranstaltete der Bund Naturschutz (BN), die Ortsgruppen Weßling und Wörthsee eine Wanderung entlang der Trasse der geplanten Umgehungsstraße. Zur Demo kamen laut Polizeiangaben rund 100 Weßlinger und Wörthseer Bürger zusammen. Ein letztes „Wachrütteln“ nennt der Vorsitzende der Ortsgruppe Wörthsee Kurt Heine die Aktion. Kritisch seien alleine schon die Rodungsmaß-nahmen. Diesbezüglich hatte die Kreisgruppe Starnberg in einem Schreiben an Weßlings Bürgermeister Michael Muther darauf gedrungen, dass die Arbeiten nach den gesetzlich vorgegebenen Aspekten des Naturschutzes gemacht werden. Das betrifft nicht nur den in der Vergangenheit vieldiskutierten Hirschkäfer, der dabei in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch die Fledermäuse müssten vorher „ausgesiedelt“ werden und die Trasse bereits jetzt abgesichert sein, damit etwa die bei diesen warmen Temperaturen wandernden Springfrösche geschützt seien. Auf das Schreiben habe er keine befriedigende Antwort erhalten, bedauerte Heine. Aktuell formulieren sie eine Klage aus. „Vielleicht können wir den Bau nicht mehr verhindern, aber wir können ihn aufmerksam begleiten.“ Auf die Banner hatten die Demonstranten „Verkehrsentlastung Weßling - Wer’s glaubt wird selig“ oder „Unsere Kinder brauchen unverlärmte Natur“ geschrieben. Rudi Burger (BN) monierte, dass ein Kreisel auf die Umgehung führen solle. Damit sei es wesentlich verlockender, gleich die erste Einfahrt über Weßling zu nehmen, statt die zweite Abzweigung auf den fast vier Kilometer langen Umweg „direkt in den Stau auf der A96“. Außerdem solle die Straße auf einen Damm gebaut werden - und damit werde der Aushub der neuen Unterführung kostengünstig entsorgt, vermutet Burger. Auch das Problem des Wasserschutzgebietes und der Trinkwasserquelle für Wörthsee ist in seinen Augen nicht gelöst, das durch das Salzwasser, den Abrieb von Reifen und Rußpartikeln und ähnlichem verseucht werde, fuhr er fort. Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal brachte das in einem Satz auf den Punkt: „Eine Straße hat im Trinkwasserschutzgebiet nichts verloren!“ Gerhild Schenck-Heuck von der Ortsgruppe Weßling forderte eine Investition in die Verkehrsplanung, statt den Bau einer Umgehungsstraße. „Wer Straßen säht, erntet Verkehr“, schloss sie ihre unter Bravorufen gehaltene Rede. mk

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