Unterstützer weiter gesucht

Das Thema „Indien“ ist seit nunmehr über 30 Jahren untrennbar mit Elisabeth Kreuz verbunden. Nahezu logisch war es daher, dass die Herrschingerin ihren 55.Geburtstag am vergangenen Samstag zum Anlass nahm, gemeinsam mit Freunden und Unterstützern der von ihr gegründeten Indienhilfe zu feiern: „Eigentlich war meine zweite Reise damals die entscheidende“, erinnert sich Kreuz an ihre ersten Begegnungen mit den Menschen des Subkontinents.

Damals, im Sommer 1978, hatte der Landsberger Stadtpfarrer Beißer Elisabeth und ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Angelika von der Möglichkeit berichtet, als freiwillige Helfer bei Mutter Theresa in Kalkutta zu arbeiten. Die beiden Medizinstudentinnen, geprägt von einem christlichen Elternhaus, beschlossen fast „auf der Stelle“, diese Idee in die Tat umzusetzen und nach Indien zu gehen – in Greenpark am Rande Kalkuttas lebten und arbeiteten sie einige Wochen inmitten armseliger Hütten von Flüchtlingen aus Bangladesh als „Missionare der Nächstenliebe“, wie die Helfer in Mutter Theresas Einrichtungen genannt wurden. „Ich hatte zwar bereits eine vage Vorstellung, mich für die Ärmsten der Armen einzusetzen, und wollte dazu auch die Welt bereisen, aber plötzlich hatte ich meinen Ort schon gefunden“, sagt Elisabeth rückblickend. Damals begann für sie das, was man heute als ihr „Lebenswerk“ bezeichnen darf – aus den ersten Erfahrungen als Helfer wurde allmählich etwas Regelmäßiges und für Kreuz auch Selbstverständliches; aus den Kontakten erwuchsen Freundschaften, wurden Patenschaften, wurde schließlich der Verein „Indienhilfe Herrsching“: „Als wir im November 1979 aus Indien zurückkamen, machten wir uns sofort ans Werk. Wir konnten Kalkutta nicht zur Vergangenheit ablegen. Was wir gesehen und erlebt hatten, ließ uns inmitten unserer Wohlstandsgesellschaft nicht mehr los“, schrieb Elisabeth in ihrem „Info 1“ nach der Vereinsgründung im Juli 1980. Zwei weitere Schwestern und zahlreiche Freunde und Bekannte vermochte sie als treibende Kraft für ihr Projekt zu gewinnen; sogar die Gemeinde Herrsching mit dem anfangs etwas skeptischen damaligen Bürgermeister Adolf Wexlberger an der Spitze konnte Elisabeth Kreuz in den 90ger Jahren von einer offiziellen Partnerschaft mit dem Dorf Chatra nahe Kalkutta überzeugen. Die längst als gemeinnützig anerkannte Indienhilfe sammelte im Laufe der Zeit einiges Geld, um dort den Aufbau von Schulen und andere Projekte zu unterstützen; Mitglieder fuhren immer wieder für Monate in die Region Kalkutta, um vor Ort konkret mit anzupacken. Es folgten ungezählte Reisen mit geschätzt 130 Delegationsmitgliedern im Laufe der Jahre, sogar Jugendliche und Schüler bauten persönliche Kontakte nach Indien auf, Gegenbesuche in Deutschland festigten all diese Verbindungen. Am Samstag galt es nun, einen Geburtstag und auch die Indienhilfe gebührend zu feiern – und zugleich ein wenig Werbung um weitere Unterstützer zu machen: „Die Mitgliederzahlen stagnieren seit einiger Zeit ein wenig“, sorgt sich Elisabeth Kreuz. Ein inszeniertes „Pro & Contra“-Gespräch zwischen Regine Linder vom Arbeitsausschuss der Indienhilfe und ihrem Mann Hans-Jörg machte deutlich, wie dringend nach wie vor Hilfe für die „Ärmsten der Armen“ in Indien benötigt wird, und wenn es der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“ ist: Noch immer können 30 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen weder lesen noch schreiben, ein Drittel des 350 Millionen-Volkes muss von „weniger als einem Dollar pro Tag“ leben, wie Regine Linder anführte. Das im Westen wahrgenommene „Internet-Indien“ mit seinen hochqualifizierten Fachleuten mache dagegen weniger als ein Prozent der Bevölkerung aus. David Leans monumentaler Film „Reise nach Indien“ von 1984, den Elisabeth Kreuz am Samstagnachmittag im Herrschinger Breitwand-Kino ihren Geburtstagsgästen zur Einstim-mung zeigte, war auf jeden Fall das Richtige für alle, die Indien noch für sich entdecken möchten – denn manche Reise dorthin kann schicksalhaft werden. Indienhilfe e.V., Luitpoldstr.20, 82211 Herrsching; www.indienhilfe-herrsching.de; Konto Spenden Projekte: 430377663; KSK Mü Sta, BLZ 70250150.

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