Vertrauen der Bürger als Ziel

Politprominenz in Gräfelfing: An die 500 Gäste versammelten sich beim CSU-Neujahrsempfang im Bürgerhaus Gräfelfing. Es war das „Ereignis des Jahres“, so CSU-Ortsvorsitzender Volker Eichbaum, der über 1.200 Gäste eingeladen hatte. Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und ehrenamtlich Engagierte plauderten in lockerer Runde mit Abgeordneten und dem bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon. Darunter auch zahlreiche Bürgermeister aus dem Würmtal und viele CSU-Ortsvorsitzende aus dem Landkreis, freute sich Eichbaum. „Unser CSU-Neujahrsempfang ist eine der größten und beliebtesten politischen Veranstaltungen im Kreis und das hat sich inzwischen herumgesprochen. Bei mir gehen jedes Jahr sehr viele Anfragen ein, ob wir nicht auch kommen dürfen.“

In seiner Festrede ging Finanzminister Georg Fahrenschon auf die gesamtwirtschaftliche Situation ein. Die Welt befinde sich in einem Konjunkturabsturz und auch der Exportweltmeister Deutschland sei von dieser globalen Krise betroffen. Diese Entwicklung mache auch keinen Bogen um die bayerische Wirtschaft. Nun müsse die Politik gezielt Wachstumsimpulse setzten, um das Vertrauen der Bürger und Unternehmer zu gewinnen. „Diese außergewöhnliche Situation stellt uns vor außergewöhnliche Anforderungen“, so Fahrenschon. Die Politik sei mehr denn je gefordert, die Rahmenbedingungen für Wachstum und Beschäftigung zu verbessern. „Um aus der Krise gestärkt hervor zu gehen, müssen wir zeitnah die Konjunktur ankurbeln, als auch langfristig den großen Herausforderungen dieses Jahrhunderts wie Klimawandel und Konkurrenzfähigkeit gerecht werden“, so der Finanzminister. „Dazu brauchen wir alle Menschen in diesem Lande und vor allem ihre Bereitschaft zu Leistung.“ Seine Parole: „Nicht den Kopf in den Sack stecken!. Nach jedem Tal kommt auch wieder ein Aufschwung.“ Auch Gräfelfing blieb von der Wirtschaftskrise nicht verschont, so Bürgermeister Christoph Göbel. Besonders hart getroffen hat die Gemeinde der signifikante Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen von 21 auf 14 Millionen Euro. Bereits die Haushaltsberatungen im Herbst 2008 waren „kein Wunschkonzert“, so der Rathauschef. „Es galt gegenüber den Planungen insgesamt 93 Millionen Euro über den Finanzplanungszeitraum bis 2012 einzusparen, um Gräfelfings Haushalt weiterhin schuldenfrei zu halten“. Dies sei ein wichtiges politisches Ziel. Dennoch ist ein einstimmig verabschiedeter Haushalt zustande gekommen, der konsequent folgende Ziele verfolgt: strikte Sparsamkeit bei konsumtiven Ausgaben, Vorsicht bei Annahme von Einnahmen, Sicherheit bei der Planung von Ausgaben und Einhaltung der beschlossenen Prioritäten, konsequente Investition in die kommunale Infrastruktur gerade in konjunkturell abflachenden Zeiten und ein langfristiger Rücklagenaufbau. Was die Prioritäten betrifft, so spricht Göbel von Schuldenfreiheit, Investition vor Verbrauch, Lärmschutz an der A 96, Bildung und Betreuung sowie eine nachhaltige Energiewirtschaft. „Trotz düsterer Nachrichtenlage wissen wir nicht um den Verlauf der Finanzkrise und ihrer Auswirkungen auf Konjunktur und Arbeitsmarkt.“ Deshalb dürfe man nicht Trübsal blasen. „Nehmen wir uns die Worte von Barack Obama zu Herzen, der zu Zuversicht aufruft und an die Bevölkerung appelliert, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern aktiv dazu beizutragen, dass Gesellschaft, Staat und Wirtschaft wieder in Schwung kommen.“ Gerade in dem Jahr „schlechter Nachrichten“ wie Kanzlerin Angela Merkel einführte, sollten „wir uns dieser Erkenntnis bewusst sein“. Auf eine aktive Gesellschaft, eine mutige und vorausschauende, nachhaltige Wirtschaft, auf Investition und Optimismus und auch – wie Barack Obama es in seinem Buch eindrucksvoll schreibt – auf eine Rückbesinnung auf unsere Werte komme es an, so Göbel in seiner Rede. In seiner Funktion als stellvertretender Landrat kam der 1. Bürgermeister gerade aus Krakau zurück, wo er anlässlich des Festakts zur Wiederbegründung des Landkreises Krakau die Festrede hielt. „Dort sind die Menschen sicht- und fühlbar stolz auf ihre noch so jungen Errungenschaften wie Demokratie, kommunale Selbstverwaltung, soziale Marktwirtschaft, Freiheit, Rechtstaat.“ Ein wenig könnte man sich davon abschauen, befand Göbel. „Auch wir müssen die Ärmel hochkrempeln und anpacken – gemeinsam.“ Und das dies ginge, beweise die Geschichte als Deutschland 1945 beinahe vollständig in Schutt und Asche lag. „Damals packten unsere Eltern und Großeltern mit an, bauten wieder auf, richteten ihren Blick nach vorne und prägten eine Zeit, die wir heute – beinahe verklärt – als das ‘Deutsche Wirtschaftswunder’ bezeichnen.“ So ein Wunder brauche man wieder. „Und es hängt allein an uns. Wir, die Politik auf allen Ebenen, müssen zum Beitrag zu diesem Wunder aufrufen“, so Göbel. Es ist kein Geheimnis, dass die CSU Gräfelfing und auch Göbel ganz persönlich diesbezüglich volle Hoffnung und Zuversicht auf Georg Fahrenschon setzen. Der Rathauschef dankte ihm für seinen großartigen Einsatz, seine Verbundenheit zu Gräfelfing und wünschte ihm Kraft, Fortune und Gottes Segen für so verantwortungsvolle Aufgabe. Zur Erinnerung an diesen denkwürdigen 1. Einsatz in Gräfelfing überreichte Göbel ihm den Bildband „Wirtschaftswunder“.

Meistgelesene Artikel

Pöcking im Ausnahmezustand

Pöcking – Mit einer spritzigen Show hat der Pöckinger Faschings club (PFC) beim Krönungsball am vergangenen Samstag die Zuschauer begeistert. Erneut …
Pöcking im Ausnahmezustand

Unfall wegen überhöhter Geschwindigkeit

Starnberg/Landstetten - Am heutigen Donnerstag, 12. Januar, ereignete sich, gegen 7.55 Uhr, auf der Ortsverbindungsstraße von Pöcking-Aschering nach …
Unfall wegen überhöhter Geschwindigkeit

Feiernde Jugendliche sorgen für Ärger

Weßling – Des einen Freud, des anderen Leid – mit diesem Englische Sprichwort könnte man die Emotionen am Weßlinger See beschreiben, wo zum Leidwesen …
Feiernde Jugendliche sorgen für Ärger

Kommentare